Minis erster Plug-in-Hybrid kommt Ende Juni

ampnet – 10. Mai 2017. Mit dem Cooper S E Countryman All4 bringt Mini am 24. Juni 2017 seinen ersten Plug-in-Hybrid auf den Markt. Der 1,5-Liter-Dreizylinder mit 100 kW / 136 PS verhilft dem Fahrzeug in Zusammenarbeit mit dem Elektromotor zu einer Systemleistung von 165 kW / 224 PS und 385 Newtonmetern Drehmoment. Im speziellen Messzyklus für PHEV-Fahrzeuge kommt der Mini auf Normverbräuche zwischen 2,1 und 2,3 Litern je 100 Kilometer. Das entspricht CO2-Werten von 49 bis 52 Gramm pro Kilometer.

Beim Mini Cooper S E Countryman All4 werden die Vorderräder vom Verbrennungs- und die Hinterräder vom Elektromotor angetrieben. Rein elektrisches Fahren ist bis zu einer Geschwindigkeit von 125 km /h und bis zu 42 Kilometer weit möglich.

Das maximale Drehmoment des Benziners von 220 Newtonmetern steht bereits bei 1250 Umdrehungen in der Minute zur Verfügung. Im S E wird der Verbrennungsmotor mit einem modifizierten Sechs-Gang-Steptronic Getriebe kombiniert. Der 65 kW / 88 PS starke Elektromotor entwickelt 165 Nm Drehmoment und leitet seine Kraft über ein zweistufiges Ein-Gang-Getriebe an die Hinterachse.

Unmittelbar vor dem E-Antrieb, unterhalb der Fondsitzbank ist die Lithiumionen-Hochvoltbatterie angeordnet. Sie verfügt über eine Kapazität von 7,6 kWh. Sie kann an einer Wallbox, die eine Ladeleistung von 3,6 kW bietet, innerhalb von zweieinhalb Stunden vollständig aufgeladen werden. Für das Aufladen an einer herkömmlichen Haushaltssteckdose müssen 3:15 Stunden einkalkuliert werden.

Der Mini Cooper S E Countryman All4 beschleunigt in 6,8 Sekunden von null auf 100 km/h und hat drei wählbare Betriebszustände. „Auto eDrive“ ist die Standardeinstellung, bei der der Wagen bis zu 80 km/h im reinen Batteriebetrieb fährt. Im Modus „Max eDrive“ wird das Fahrzeug mit bis zu 125 km/h allein vom Elektromotor angetrieben. Außerdem kann die Betriebsart „Save Battery“ eingestellt werden, um die Kapazität der Batterie zu schonen beziehungsweise ihren Ladezustand auf mindestens 90 Prozent der Gesamtkapazität zu erhöhen, damit genügend elektrische Energie für ein späteres lokal emissionsfreies Fahren zur Verfügung steht. Wird beim Fahren jeweils nur einer der beiden Motoren genutzt, kann der zweite jederzeit zur Optimierung der Traktion, der Fahrstabilität und der Agilität hinzugeschaltet werden.

Die Preise für den Mini Cooper S E Countryman All4 beginnen bei 35 900 Euro. (ampnet/jri)

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Vorstellung John Cooper Works Countryman: Der Maxi-Mini

ampnet – 12. April 2017. Wem es auf die Größe ankommt, der ist beim Countryman genau richtig. In Sachen Mini repräsentiert er das vorläufige Maximum. Stolze 4,30 Meter ist das Auto lang. Bei der Leistung muss sich das selbsternannte SUV der Marke den Spitzenplatz jedoch mit anderen teilen. Wo John Cooper Works draufsteht, sind immer 170 kW / 231 PS drin.

Die maximale Größe beim Mini sollte schon deshalb als vorläufig betrachtet werden, da man ja nie weiß, was die nächste Generation bringt. Bislang ist das britische Kultmobil mit jedem Modellwechsel ein Stück weiter gewachsen. Die sportliche Endstufe unter dem JCW-Label hat gegenüber dem Vorgänger beim Motor ebenfalls zugelegt, jetzt sind es 0,4 Liter Hubraum und 13 Pferdestärken mehr. Zuwachs auch beim Kofferraum: 17 cm mehr Außenlänge brachten glatte 100 Liter mehr.

Das zusätzliche Zylindervolumen kommt vor allem der Durchzugskraft zugute. Von vormals 280 Newtonmeter (mit Overboost-Funktion 300) stieg es auf 350 Nm und es steht bereits ab 1450 Umdrehungen zur Verfügung. Wer es darauf anlegt, kann nunmehr eine halbe Sekunde schneller auf 100 Stundenkilometer sprinten, von 6,5 Sekunden – gemessen sowohl für den Handschalter als auch für die Acht-Gang-Automatik – spricht das Datenblatt. Die Höchstgeschwindigkeit stieg von 225 auf 234 km/h.

Fahrer der JCW-Generationen mit ausschließlichem Vorderradantrieb erinnern sich noch mit Grausen an die fehlgeschlagenen Versuche, die schon damals mehr als 200 PS zuverlässig auf die Straße zu bringen. Der ALL4-Antrieb ist da ein Segen, wenngleich unter gewissen Bedingungen ein Antriebseinfluss auf die Lenkung nicht ganz wegzudiskutieren ist. In den meisten Fahrsituationen gibt es aber keine Traktionsprobleme und wenn an der Vorderachse nicht genügend Grip zu generieren ist, lenkt die Elektronik 50 Prozent der Kraft an die Hinterachse.

Das funktioniert auf nasser Straße oder anfrierendem Untergrund, auf Schotter und im Matsch so gut, dass man sich wünscht, die Bodenfreiheit wäre größer als 165 Millimeter. Das würde nämlich nicht nur den SUV-Charakter des Countrymans steigern, sondern auch Ausflüge in Geländeregionen erlauben, die für andere tabu sind. Hier und da noch ein bisschen Plastik-Beplankung und vielleicht ein Unterbodenschutz – fertig wäre der Mountain-Man.

Die Chance auf Realisierung derartiger Träumereien dürften aber sehr gering sein, denn die Tedenz geht eher in die entgegengesetzte Richtung. Das Mini-Angebot wurde verschlankt, Coupé und Roadster bleiben auf der Strecke, ebenso das zweitürige Pendant zum Countryman, der Paceman. Geblieben sind sportliches Outfit, dynamisches Fahrwerk und eine Extraportion Leistung für die JCW-Derivate. Zu den Neuerungen gehört die gemeinsam mit Brembo entwickelte Sport-Bremsanlage, deren lackierte Sättel serienmäßig durch 18-Zoll große Leichtmetallfelgen schimmern. Optional sind 19-Zöller erhältlich.

Als Rallyeautos sind die ersten Produkte der John-Cooper-Works-Manufaktur gestartet und an Rallye-Streifen auf der speziellen Lackierung sind die Fahrzeuge heute noch zu erkennen. Der Countryman erhielt zusätzlich ein Aerodynamik-Kit mit besonders großen Lufteinlässen vorn. Das Interieur ist ebenfalls modellspezifisch verändert. Auffälligstes Merkmal sind die bequemen und seitenstabilen Sportsitze. Die veredelte Serienausstattung, die zur Rechtfertigung des Startpreises von 38 800 Euro unabdingbar ist, umfasst LED-Hauptscheinwerfer, Komfort-Zugang, Fahrmodus-Schalter, Edelstahl-Pedalerie, Heckspoiler, das Radio Mini Visual Boost und Lederlenkrad. Wer Mini Connected bestellt, bekommt den persönlichen Mobilitäts-Assistenten auf Online-Basis. Assistenz- und Komfortsysteme, die in reicher Zahl verfügbar und bei den Kunden wohlgelitten sind, können den Preis eines Mini JCW Countryman schnell in Richtung 50 000 Euro treiben.

Dass der sportliche Landmann einiges an Fahrspaß zu bieten hat, steht außer Frage. Der Motor sorgt für zackigen Vortrieb, Fahrwerk und die direkt übersetzte Lenkung für agiles Handling und spürbar mehr Fahrdynamik als im herkömmlichen Countryman, was weniger von den Mehr-PS, als vom kernigen Drehmoment herrührt. Die Klappen-Abgasanlage steuert mit herzhaftem Sound das Ihre dazu bei, wobei man sich allerdings auch noch eine etwas aggressivere Klangkulisse vorstellen könnte. Schließlich hat John Cooper seine Wurzeln im Motorsport. Wer Spaß daran hat, kann bei gleichbleibender Geschwindigkeit die Tonhöhe der Drehzahl-Orgel mittels Schaltpaddel am Lenkrad vom Falsett bis in den sonoren Bass variieren. Unvermitteltes Lupfen des Gaspedals sorgt im Auspuff-Gesang für ein Sprötzel-Intermezzo.

Der Hersteller kann sich rühmen, trotz Zuwachs an Hubraum und Motorkraft den Verbrauch Mini-miert zu haben. Mit Automatik sollen 6,9 Liter/100 km möglich sein, mit Handschaltung ist es ein halber Liter mehr. Der unverkennbare Fortschritt der Leistungsdaten lässt allerdings die Frage nach dem Sinn des Unternehmens offen: Wer mehr Platz als im Normal-Mini, viel Power und Allradantrieb sucht, kann auch zum Clubman greifen. Der ist schneller, weil leichter, und kostet weniger. (ampnet/afb)

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Vorstellung Mini Countryman: Mit Schmackes raus aufs Land

ampnet – 18. Januar 2017. Mit der zweiten Generation eines Mini Countryman strukturiert die englische Kultmarke ihr Modellangebot neu. Nicht nur mehr Platz verspricht der neue Allradler, sondern erstmals auch eine Version mit Hybrid-Antrieb – aufzuladen an der heimischen Steckdose.

Innerhalb von sechs Jahren Marktpräsenz hat sich der Countryman zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Markenportfolios entwickelt. Als erster Mini mit vier Türen und einer Heckklappe innerhalb von rund 50 Jahren Markengeschichte hat er sich zu einer gefragten Variante entwickelt. Mehr als eine halbe Million Kunden wollten bisher die erhöhte Sitzposition in Verbindung mit dem Allradantrieb genießen.

Dennoch ist es nicht ganz einfach, die Identität des frischesten Mini-Produkts zu bestimmen. Ist es nun ein Gelände-Kombi oder ein Crossover, ist es gar ein SUV oder nur ein 4×4-Kompaktwagen? Schwer zu sagen. Eines ist der Countryman aber gewiss nicht: klein. Mini ist nur noch der Name, denn in der Außenlänge hat der Wagen rund 20 Zentimeter gegenüber seinem Vorgänger zugelegt. 4299 Millimeter stehen nun in Datenblatt. Das sind rund sechs Zentimeter mehr als bei einem Audi A3 und niemand käme auf die Idee, den mit dem Attribut „Mini“ zu belegen. Der gewonnene Platz soll den Insassen zugute kommen, aber auch die Transportkapazität erhöhen: Mindestens 450 Liter Volumen hat der Kofferraum jetzt.

Den Begriff Mini als Design-Konzept zu begreifen und nicht als Richtwert für eine bestimmte Fahrzeuggröße, hat Kunden und Kommentatoren immer wieder Probleme bereitet, seit der Wagen unter BMW-Ägide erstmals die Vier-Meter-Marke knackte. „Mini steht für ein bestimmtes Lebensgefühl“, meint denn auch folgerichtig der für die Marke zuständige BMW-Vorstand Peter Schwarzenbauer. Er sieht die Produkte nicht zuletzt als Wegbereiter von neuen Mobilitätslösungen. Der Manager berichtete anlässlich der Präsentation des neuen Countrymans von Testprojekten in den USA, wo private Pkw-Halter ihre Minis für die Benutzung durch andere in Car-Sharing-Projekten freigeben können.

Gefühle der Beengtheit waren es, die Kunden veranlassten, vom Hersteller mehr Platz für die nächste Countryman-Generation zu fordern. Dass der Zugewinn an Fahrzeuglänge nur zu gut einem Drittel dem Radstand und damit der Beinfreiheit der hinten Sitzenden zugute gekommen ist, hat verschiedene Ursachen. So musste zum Beispiel aufgrund der Vorschriften zum Fußgängerschutz die Fronthaube modifiziert werden. Flacher und länger ist sie geraten, ohne jedoch das typische Mini-Gesicht negativ zu prägen. Die Abkehr von den runden Scheinwerfergläsern wirkt ebenfalls harmonisch und stilkonform. Die Dachreling ist etwas prägnanter und der Bügel höher ausgearbeitet als beim Vorgänger, ebenso fällt das stärker akzentuierte Helmdach auf.

Inzwischen wissen die Kunden sehr wohl, was sie von Mini im Innern zu erwarten haben. Ein riesiges zentrales Kombiinstrument, das als Haupt-Informationsquelle wirkt und neuerdings auch als Touchscreen bedient werden kann. Originelle Kippschalter und Lüftungs-Ausströmer, ein Anzeigeinstrument, das direkt auf der Lenksäule montiert ist und deren Verstellung mitmacht, farblich variable Displays und Kontrast-Verkleidungen – all das ist Teil des Mini-Universums, das die Marke geprägt hat und das andere Hersteller inspirierte, ebenso unkonventionelles Designs zu entwerfen. Mini definiert sich selbst als Premium-Produkt, doch dieser Anspruch ließe sich gewiss noch glaubwürdiger vertreten, wenn für die Sicherheitsgurte eine Höhenverstellung vorgesehen wäre.

Zwar ist das aktuelle Mini-Angebot auf fünf Modelle geschrumpft, jedoch wird das Angebot für den fröhlichen Landmann auf zehn Varianten ausgedehnt. Einstiegsversion ist der Mini Cooper mit 1,5-Liter-Dreizylinder und Frontantrieb, der für 26 500 Euro in den Handel kommen soll. Drei weitere Benziner- und vier Diesel-Varianten stehen in der Preisliste, die beiden leistungsstärksten Country-Männer sind für Mitte des Jahres avisiert. Erneut wird eine John-Cooper-Works-Line aufgemacht, die vermutlich 170 kW /231 PS haben wird, dazu gesellt sich der Plug-In-Hybrid, der als Systemleistung aus Verbrenner und Elektromotor 165 kW / 224 PS anbietet.

Der Teilzeit-Stromer basiert im Wesentlichen auf der Antriebseinheit, die bereits im BMW 225 xe zum Einsatz kommt. Sie besteht aus einem Dreizylinder-Benziner, der 100 kW /136 PS abgibt und einer E-Maschine mit 65 kW / 88 PS. Während der konventionelle Motor auf die Vorderachse wirkt, gibt der Elektroantrieb seine Kraft an die Hinterachse ab. Eine aufwändige Steuerungselektronik sorgt dafür, dass das Wechselspiel für die Insassen weitgehend unmerklich abläuft. Über den Preis muss derzeit noch spekuliert werden. Da der 190-PS-Diesel mit Allradantrieb 35 900 Euro kosten soll, ist davon auszugehen, dass der Plug-In-Hybrid sich in dieser Region positionieren wird.

Wie dezent die Synchronisation der unterschiedlichen Antriebe in der Praxis wirkt, konnte bei der Fahrpräsentation des Mini Countryman freilich noch nicht getestet werden, denn für Probefahrten stand lediglich die in Deutschland nicht ungedingt mehrheitlich nachgefragte Cooper S-Version zur Verfügung. Sie tritt mit 141 kW / 192 PS an, die in einem quer eingebauten Zweiliter-Vierzylinder zubereitet werden. Als Kraftübertragung dient ein Acht-Gang-Getriebe, das wahlweise per Schaltpaddel bedient werden kann.

Ausflüge in asphaltfreie Gefilde absolviert der Countryman souverän, wühlt sich durch matschige Wege und über Wiesen, wenngleich seine Bodenfreiheit von 165 Millimetern die Kunden davor warnt, ihn für einen Geländewagen zu halten. Auf der Straße packt er (im Sportmodus) mit maximal 280 Nm Drehmoment beherzt zu, leistet den Spurt bis 100 km/h in 7,2 Sekunden ab und erreicht seine Höchstgeschwindigkeit bei 222 km/h. Werksseitig wird der Durchschnittsverbrauch mit minimal 6,4 Litern/100 km angegeben. Die Testfahrten im Heimatland des Minis wurden mit zwei Insassen, etwas Gepäck und unter unwirtlichen Bedingungen in der Mehrzahl mit zwei bis drei Litern mehr absolviert. Auch wenn die direkte und griffige Lenkung eine Idee leichtergängig sein könnte, musste am markentypischen Fahrerlebnis nichts vermisst werden. Der Federungskomfort und auch auf weniger gutem Belag solide und langstrecken-adäquat.

Mini-Kunden sind großzügig, wenn es um das Bestellen von Sonderausstattungen geht. Das hat zur Folge, dass eine Fülle von Optionen die Interessenten lockt; die Preisliste umfasst mehr Seiten als die Modellbroschüre. Neu sind unter anderem die elektrische Betätigung der Heckklappe und das so genannte Picnic-Bench, ein fest montiertes, ausklappbares Polster, das die Ladekante zu einer Sitzgelegenheit im Freien macht. Mit „Mini Find Mate“ kann man Utensilien elektronisch markieren, um sie anschließend mittels Smartphone wieder zu finden. (ampnet/afb)

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Vorstellung Mini John Cooper Works Clubman

ampnet – 16. Dezember 2016. Das Kürzel „JCW“ elektrisiert sportlich orientierte Mini-Fahrer, seit 1947 der Brite John Cooper seinen ersten Rallyewagen baute. Jetzt bietet die Sportabteilung der Kultmarke das Modell Mini Clubman erstmals mit Allradantrieb an – und das ist auch gut so, denn es gibt noch einmal 20 PS mehr auf die Straße zu bringen.

Man kann darüber streiten, ob der Clubman ein legitimer Nachfahre des rund 1,25 Meter kürzeren Ur-Minis ist. Zweifellos aber verbindet ihn mit dem gleichnamigen Modell von 1978 die zweiflügelige Portaltür, die ihn zu einem Lieferwagen mit besonderer Note macht. Die Version John Cooper Works (JCW) wartet außerdem mit saftigen 170 kW / 231 PS auf, was ihn zum stärksten Vertreter der neunköpfigen Modellfamilie macht.

Für reichlich Auswahl ist also gesorgt, auch wenn Konzernmutter BMW das zuletzt sehr gespreizte Angebot verschlankt hat. Die zweisitzigen Varianten Roadster und Coupé sind eingestellt, dafür sind fünf Modelle als JCW-Versionen erhältlich. In den Augen vieler Kunden ist der Clubman ähnlich vielseitig wie der größere Bruder Countryman, aber eben mehr Mini, weil gut zwölf Zentimeter flacher. Die Karosserielänge von 4,25 Metern rechnet ihn freilich eher dem Kompaktsegment zu. So kommt letztlich auch der von 360 bis auf 1250 Liter Volumen erweiterbare Kofferraum zustande.

Damit die verschärfte JCW-Version nicht mit einem gewöhnlichen Shooting-Brake-Mini verwechselt werden kann, kommen die üblichen Designmerkmale zum Einsatz. Sie dienen aber nicht nur dem chefdynamischen Auftritt, sondern auch der Optimierung der Aerodynamik-Eigenschaften. Die Fahrzeugfront ist mit besonders großen seitlichen Kühllufteinlässen anstelle von Positionsleuchten und Nebelscheinwerfern versehen, dazu kommen modellspezifische Seitenschweller und eine breite Heckschürze mit integrierten abgeschrägten Auspuff-Endrohren der serienmäßigen Sportabgasanlage. Sie sorgt für einen herzhaften und emotionsgeladenen Sound, wenn die Fahrdynamikregelung in der Stellung „Sport“ eingerastet ist.

Auffällig tief angeordnete sind die Bremsleuchten. Weitere optische Merkmale sind der Heckspoiler, der Hexagon-Kühlergrill mit Wabenmuster und typischen roten Querstrebe. Wie bei anderen Minis auch kann für das Dach eine Kontrastlackierung bestellt werden. Für den Kontakt zum Asphalt sorgen serienmäßige Reifen im Format 225/40, die auf 18 Zoll großen Leichtmetallrädern in speziellem JCW-Design montiert sind.

Als Kraftquelle dient ein quer eingebauter, aufgeladener Zweiliter-Ottomotor, der ein sattes Drehmoment von 350 Newtonmetern generiert. Das ist eine Größenordnung, die auch einen Dieselmotor zur Ehre gereichen würde. Über diese Schubkraft kann ab 1450 Kurbelwellen-Umdrehungen verfügt werden, so dass der Spurt auf 100 km/h in 6,3 Sekunden erledigt sein sollte. Die Fans einer automatischen Kraftübertragung brauchen dem Handschalter dabei nicht hinterher zu schauen. Für beide Getriebevarianten gibt der Hersteller den gleichen Beschleunigungswert an und auch die Übersetzungen sind im längsten Gang nahezu gleich. Allerdings bietet die Automatikversion mehr Abstufungen: Die Schaltbox des japanischen Zulieferers Aisin verfügt über acht Gänge, manueller Eingriff per Schaltpaddel am Lenkrad ist möglich.

Der Allradantrieb, der ein Mehrgewicht von etwa 60 Kilogramm ins Fahrzeug bringt, ist elektronisch geregelt und bewegt den Mini bei gutem Grip auf trockener Fahrbahn als Fronttriebler. Droht Schlupf, können bis zu 50 Prozent der Antriebskraft an die Hinterachse geleitet werden. Das bringt natürlich Traktionsvorteile, auch wenn Antriebseinflüsse in der Lenkung nicht gänzlich zu leugnen sind. Doch die Kunden goutieren den permanenten Korrektionsbedarf am Lenkrad als typisches „Gokart-Feeling“ und subjektiv wahrgenommenen Dynamikgewinn. Den vorzüglichen Geradeauslauf, den der Clubman aufgrund seines langen Radstands für sich reklamieren kann, nehmen sie natürlich gerne mit.

Für authentisches Rennsport-Feeling braucht man nicht nur eine gute Sitzposition in (serienmäßigen) Sportsitzen, sondern auch ein spontanes Ansprechverhalten. Der speziell für das Triebwerk der neuen Modellgeneration entwickelte Turbolader ist aus einem besonders temperaturbeständigen Material gefertigt und verfügt über einen entsprechend groß dimensionierten Ladeluftkühler. Mit einem auf maximal 2,2 bar erhöhten Ladedruck legt er die Basis für die bis 4500 Umdrehungen nutzbare volle Durchzugskraft. Die Integration des Turboladers in den Stahlgusskrümmer ermöglicht es, die rückgeführten Abgase in besonders hohem Umfang zu nutzen. Die Benzin-Direkteinspritzung mit zentral zwischen den Ventilen angeordneten Injektoren gewährleistet eine präzise Kraftstoff-Dosierung. Auch wenn der Norm-Verbrauchswert von 6,8 Litern je 100 Kilometer in den meisten Fällen graue Theorie bleiben wird, sollte die Fahrfreude bei Werten um acht Liter nicht zu kurz kommen.

Mit seinem Startpreis von 35 800 Euro sortiert sich der Clubman JCW zwischen den vergleichbaren Modellen aus der Countryman-Serie ein, und zwar 800 Euro oberhalb des Fünf- und 400 Euro unterhalb des Dreitürers. Die Grundausstattung muss trotz dieses Betrages nicht einmal besonders umfangreich sein, denn erfahrungsgemäß sind die Kunden, wenn es um Mini geht, beim Ordern von Optionen sehr großzügig. Das Sortiment an Assistenz- und Konnektivitäts-Systemen wird dem Premium-Segment gerecht. Wer das Navigationssystem Professional bestellt, kann sich über ein weiteres Novum freuen: Erstmals ist das 8,8 Zoll großes Farbdisplay als Touchscreen ausgeführt.

Das Head-Up-Display (+600 Euro) mit beweglicher Projektionsscheibe mag nicht jeder als ästhetischen Gewinn ansehen, doch hier wurde ebenfalls draufgesattelt. Zusätzlich zu den Informationen über Fahrgeschwindigkeit, Tempolimits und Überholverbote, aktuellen Navigationshinweisen und Check-Control-Meldungen, Telefonkontakt- und Entertainment-Programmlisten können dort nunmehr zusätzlich der aktuell gewählte Gang und eine mehrfarbige Motordrehzahlskala dargestellt werden. (ampnet/afb)

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