Toyota Aygo tritt noch extrovertierter auf

Toyota bringt Mitte des Monats den überarbeiteten Aygo zu den Händlern. Das charakteristische „X“-Design der Frontpartie wird durch eine dreidimensionale Formgebung noch stärker betont. Neue Scheinwerfer und neue Rückleuchten mit LED-Lichtleitern und farbigem Hintergrund verstärken die optische Wirkung zusätzlich. Neu gestaltet wurden auch die Räder. Jede der Ausstattungsvarianten verfügt nun über ein eigenes 15-Zoll-Raddesign. Im Innenraum regiert ein neues Farbschema, zusätzlich gibt es zwei neue Außenfarben: Kyoto Blau Metallic und Magenta.

Angeboten werden die Grundversion X (ab 9990 Euro), der X-Play, das Volumenmodell X-Play Connect (ab 12 640 Euro) und die Topvariante X-Clusiv (14 790 Euro). Dazu kommen die beiden Editionsmodelle Aygo X-Cite (ab 13 790 Euro) mit zweifarbiger Lackierung und der sportlich gestylte X-Trend (13 990 Euro) mit schwarzen Akzenten.

Der überarbeitete 1,0-Liter-Dreizylinder entwickelt nun 72 PS (53 kW) bei 6000 Umdrehungen in der Minute und liefert ein höheres Drehmoment von 93 Newtonmetern bei 4400 U/min. Der Normverbrauch beträgt 4,1 Liter je 100 Kilometer. Alternativ zum Schaltgetriebe steht ein automatisiertes Schaltgetriebe zur Verfügung, das ohne Kupplungspedal auskommt. Zudem erhielt der Aygo Fahrwerksmodifikationen und entwickelt weniger Geräusche und Vibrationen.

Das Zubehörangebot umfasst rund 190 verschiedene Komponenten. Speziell für Fahranfänger ab 18 Jahren und für junge Fahrer ab 23 Jahren hat Toyota besondere Versicherungsangebote mit Telematic aufgelegt. (ampnet/jri)

Toyota punktet bei Gewerbekunden

Immer mehr Gewerbekunden entscheiden sich für einen Toyota. Von Januar bis April 2018 erzielte der japanische Automobilhersteller auf dem deutschen Flottenmarkt 6510 Pkw-Neuzulassungen (ohne Mietgeschäft und Autohandel). Dies entspricht einem Zuwachs von 25,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allein auf den April entfielen 2000 gewerbliche Zulassungen – 75,5 Prozent mehr als im April 2017 und mit einem Marktanteil von 2,8 Prozent der beste Monat der Unternehmensgeschichte.

Wachstumstreiber waren in erster Linie die Toyota Hybridmodelle. Aber auch das leichte Nutzfahrzeug Proace kommt bei den deutschen Flottenkunden gut an.

Auf dem Privatkundenmarkt erreicht Toyota mit 12 200 Neuzulassungen von Januar bis April 2018 einen Marktanteil von 2,7 Prozent. Insgesamt hat Toyota in den ersten vier Monaten deutschlandweit knapp 29 900 Fahrzeuge verkauft. Das sind elf Prozent mehr als in den ersten vier Monaten des Vorjahres. (ampnet/jri)

Vorstellung Toyota Yaris GRMN

Die Zeiten hochmotorisierter Kleinwagen schienen vorüber, da kommt plötzlich neuer Schwung in die Klasse der potenten Minis. Statt Verzicht schöpfen sie aus dem Vollen. VW bietet den Polo GTI mit 200 PS (147 kW) an und Toyota legt die Leistungslatte mit dem kräftig aufgerüsteten Yaris GRMN noch ein gutes Stück weiter oben auf. 212 PS (156 kW) liefert der per Kompressor aufgeladene Vier-Zylinder-Benziner, der einer Kooperation mit Lotus entsprungen ist. Das kostet zusammen mit einem umfangreich überarbeiteten Fahrwerk, der Karosserie mit Rennstrecken-Rasse und einem sportlich abgestimmten Interieur 29 990 Euro.

Die Typenbezeichnung GRMN des flinken Yaris rührt von Toyotas Rennsportabteilung Gazoo Racing – GR – her. Die Buchstaben MN sollen auf das Potenzial des ausschließlich zweitürig angebotenen Flitzers aufmerksam machen. Seine formidable Rundenzeit auf der Nordschleife der Traditionsstrecke in der Eifel weisen ihn als „Meister of Nürburgring“ – MN – aus (die Schreibweise ist die Original-Wortschöpfung von Toyota). Und was sich wie ein Grummeln liest, sieht aus wie einem Manga-Comic entsprungen. Wuchtige Stoßfänger mit opulenten Lufteinlässen kommunizieren mit Rädern, die so klein wie die Röcke der gezeichneten Heldinnen kurz sind. 17 Zoll Durchmesser müssen dem Yaris GRMN genügen, Leichtbau und das angestrebte Leistungsgewicht von weniger als 5,4 Kilogramm je PS haben zum Verzicht gezwungen. Dabei sollten auch die ungefederten Massen im Sinne besseren Handlings und höherer Agilität möglichst gering gehalten werden, sagt Toyota-Werkpilot Vic Herman, der die Nürburgring-Klassenbestzeit herausgefahren hat.

1135 Kilogramm wiegt der kleine Wilde unbeladen, das sind trotz des schwereren Motors, der opulenten Kühltechnik und der umfangreichen Versteifung des Chassis nur rund 100 Kilogramm mehr als der zivile Yaris mit seiner 1,5-Liter-Maschine auf die Waage bringt. Der Leichtbau hat tatsächlich die Feder der Entwickler geführt. Mehr als 410 Kilogramm Zuladung sind dennoch nicht gestattet. Das ist bei einem Kofferraumvolumen von gerade einmal 286 Liter auch kein Beinbruch, selbst mit vier stämmigen Insassen an Bord bleibt die Grenze wohl unberührt.

Seine Bestleistungen erzielt der schnelle Yaris am ehesten mit einem Piloten im Jockey-Format. In 6,4 Sekunden beschleunigt er von null auf 100 km/h. Die Spitzengeschwindigkeit ist elektronisch auf 230 km/h begrenzt, höheres Tempo hätte zusätzliche Spoiler erfordert, die dann für die nötige Bodenhaftung sorgen und den kleinen Sportler teurer und schwerer machen würden. Dem Fahrspaß tut dies keinen Abbruch, der schnelle Geradeaus-Kurs ist ohnehin nicht die Lieblingsdisziplin des GRMN, aber sobald die Strecke kurvig wird, wittert er Morgenluft. Die Lenkung spielt dabei präzise und feinfühlig mit, die Karosserie bewegt sich dank straffer Sport-Stoßdämpfer von Sachs und einem um 2,5 Zentimeter tiefergelegtem Fahrwerk kaum. Wank- oder Nickbewegungen unterbindet beides nahezu vollkommen.

Die Schalensitze des Mini-Sportlers geben vorzüglichen Seitenhalt und finden dennoch nicht zur perfekten Sitzposition. Die Lehne kann nur in Rasten justiert werden und die Höheneinstellung lässt sich nicht weit genug nach unten hebeln. Vor allem aber fehlt es dem kleinen und handschmeichelnd umlederten Lenkrad an axialem Weg in Richtung Fahrer. Das entspricht der Konfiguration des zivilen Yaris, zu aufwendig, zu teuer sei eine Umrüstung für eine bessere Haltung am Volant gewesen, heißt es. Dafür gibt es kleine Gimmicks, die weniger kosten. Die 12-Uhr Markierung des Lenkrades mit einer breiten roten Naht gehört zu ihnen.

Das Sechs-Gang-Getriebe schaltet weich und genau, erlaubt schnelle Gangwechsel. Dabei fährt der Yaris GRMN schon bei niedriger Drehzahl vorne mit, 250 Newtonmeter Drehmomentspitze stehen bei 4800 Umdrehungen in der Minute bereit, 90 Prozent davon schon bei weniger als 2500 U/min. Das macht den Sport-Yaris fit für den Alltag, wenngleich der kernige Auspuffklang und der hohe Verbrauch von 7,5 Litern Super plus auf 100 Kilometer (170 g/km CO2) dann eher nerven dürften.

Interessenten müssen sich ohnehin Gedanken machen, wie sie an einen GRMN-Yaris kommen. Der Kraftzwerg wird in einer limitierten Auflage von 400 Stück gebaut, ganze 100 Stück sind für Deutschland vorgesehen. Wovon die meisten wohl von Toyota-Händlern reserviert sind, die einen davon als Schmuckstück in den Ausstellungsraum stellen wollen. Ewig verweilen wird er dort jedoch nicht. (ampnet/mk)

Vorstellung Toyota Land Cruiser

Der Land Cruiser ist eine feste Größe in der automobilen 4×4-Historie. Toyotas Geländespezialist ist nach wie vor ein echter Offroader und weniger lifestyliges SUV. So bekommt der neue Modelljahrgang noch einige zusätzliche Gimmicks, die das Fahren abseits des Asphalts noch weiter optimieren. Und selbst die optischen Retuschen an der Front sind keinesfalls nur Selbstzweck, sondern sollen ebenfalls den Abstecher in unebenes Terrain erleichtern.

Der Toyota Land Cruiser hat im Rahmen der Überarbeitung einen höher positionierten Kühlergrill und weiter um die Flanke gezogene Stoßfänger erhalten. Ersteres erhöht die Wattiefe, letzteres den Schutz des Motorraums. Die Scheinwerfer sind nicht nur schmaler, sondern auch weiter nach innen gezogen worden. Dadurch sind sie besser vor Beschädigungen geschützt. Die neugeformte Motorhaube trägt in der Mitte eine Vertiefung und ist auch an den Rändern flacher: Beides verbessert die Sicht nach vorn. Unterm Strich zeigt der Land Cruiser nun ein bulligeres Gesicht. Die leichten Änderungen der Rückleuchten, der Blende und des Modell-Schriftzuges am Heck dürften nur Insidern auffallen. Ebenso wie der Längenzuwachs von immerhin sechs Zentimetern.

Als echter Geländewagen setzt die Markenikone auf einen klassischen Leiterahmen und permanenten Allradantrieb. Die Umschaltoption auf 2WD schenken sich die Japaner da gleich. Die optionale Sechs-Stufen-Automatik wird aber zur Effizienzsteigerung mit zwei neuen Regelsystmen ausgestattet. Die – Achtung –„High-speed Gear Effective Utilisation Control“ entscheidet in Echtzeit unter Berücksichtigung der momentanen Motorlast und der aktuellen Zuladung, der fünfte oder der sechste Gang die effizientere Wahl ist. Umgekehrt greift im Schiebebetrieb die „Decelaration Downshift Control“ ein. Sie unterbricht oberhalb einer bestimmten Drehzahl die Kraftstoffzufuhr und legt unter Schubabschaltung den nächst niedrigeren Gang ein, um die Motorbremswirkung zu optimieren.

Ausgebaut wurden aber auch die nützlichen Features für den härteren Arbeitseinsatz. So verfügt das MTS (Multi-Terrain Select System) mit seinen fünf auf verschiedene Untergründe einstellbaren Programmen nun auch über einen „Auto“-Modus, der automatisch aktiviert wird, sobald der Fahrer eine der fünf vorwählbaren Gelände-Geschwindigkeiten der Crawl-Control abruft. Ein ungewöhnliches Novum ist die Unterflur-Sicht. Dabei wird das drei Meter vorher aufgezeichnete Bild der Frontkamera im Monitor inklusive Hilfslinien wiedergegeben, also das Stück Boden, über das das Auto gerade fährt. Zudem verfügt die Frontkamera über eine Stabilisierungsfunktion und hält den Horizont im Bildschirm gerade, was die Orientierung bei Schräglage erleichtert. 360-Grad-Rundumsicht und 180-Grad-Winkel-Rückfahrkamera sind zwar auch neu, aber heutzutage kaum noch eine Erwähnung wert.

Einen Vierzylinder mit fast 2,8 Litern Hubraum findet man auch nicht alle Tage unter der Haube. Da es offroad vor allem auf Drehmoment und weniger auf Spitzenleistung ankommt, reichen dem Land Cruiser 177-Diesel-PS. Dass sie auf bis zu knapp 2,5 Tonnen Gewicht stoßen, spielt im Gelände keine Rolle, hier sind die 450 Newtonmeter Drehmoment zwischen 1600 und 3000 Touren das entscheidende Kriterium. Wer auf der Straße insbesondere mit der Automatik auch nur einen Hauch Temperament verspüren möchte, der muss schon zu „Sport+“ der fünf Fahrprogramme greifen. So gewinnt die Modellbezeichnung gleich eine doppelte Bedeutung und steht das Cruiser auch für die Gangart des Geländegängers auf dem Asphalt. Dazu passt dann, dass zum neuen Modelljahr unter anderem belüftete Vordersitze und eine Drei-Zonen-Klimaanlage mit an Bord gekommen sind.

Die Neuerungen finden sich nicht in allen Modellen. Vor allem die zusätzlichen Offroad-Features sind ausschließlich dem Topmodell „Tec Edition“ vorbehalten. Die ist dann mit 67 450 Euro auch gut 50 Prozent teurer als das Basismodell. Dazwischen gibt es noch die beiden Ausstattungslinien „Comfort“ und „Executive“. Doch es müssen ja auch nicht alle Gimmicks sein. Selbst als Schalter in der Basisversion hält den Land Cruiser so leicht nichts auf und meistert er allerlei abenteuerliche Steigungen und Hindernisse. Geld sparen kann auch, wem der Dreitürer reicht, den kaum jemand kennt, weil man ihn so selten auf der Straße sieht und eher in der Kiesgrube oder im Tagebau antrifft. Ab 40 820 Euro geht es dann los – besser aber nur maximal zu zweit. Zwar ist auf der Rücksitzbank genug Platz, aber der Einstieg in den Fond verlangt schon ein wenig Akrobatik, woran auch eine Easy-Entry-Funktion des Fahrersitzes nichts ändern würde. Doch die gibt es ohnehin nicht.

Knapp 1000 Einheiten will Toyota pro Jahr in Deutschland absetzen. Das wäre fast jeder zehnte in Westeuropa. Das Geschäft wird ohnehin auf anderen Märkten gemacht: Weltweit werden pro Jahr über 135 000 Land Cruiser verkauft. (ampnet/jri)