Fahrbericht Audi Q2 1.0 TFSI

Audi Q2

ampnet – 25. Juni 2017. Der Dreizylinder knurrt, wie alle seine Artgenossen und wie alle Motoren mit ungeraden Zylinderzahlen. Das galt schon für die alten, aber auch für die aktuellen Fünfzylinder aus Ingolstadt. Ihr ganz besonderes Geräusch klingt kraftvoller als das der Motoren mit vier oder sechs Zylindern. Der eine Teil der motorisierten Menschheit mag das, der andere zieht den harmonischeren Klang der geraden Zahl vor.

Beim Beschleunigen zeigt sich ein spürbarer Unterschied: Der Vierzylinder entwickelt sein um 50 Newtonmeter (Nm) höheres Drehmoment von 250 Nm schon bei deutlich niedrigeren Drehzahlen. Die leichte Anfahrschwäche des Dreiers kennt er nicht. Außerdem erreicht er die 100-km/h-Marke nach 8,5 Sekunden und damit 1,6 Sekunden früher als der Dreizylinder. Wer seine drei Zylinder sportlich durch die sechs Gänge der elegant zu schaltenden Handschaltung bewegt, spürt den Unterschied weniger deutlich als die Stoppuhr. Das höhere Drehzahlniveau und der deutlich vernehmbare Motorklang übertünchen die Lücke mit Emotionen.

Das höhere Drehzahlniveau des 1.0 TFSI nimmt natürlich Einfluss auf den Verbrauch. Zwar unterscheiden sich beide Motoren im durchschnittlichen Normverbrauch (NEFZ) nur um den bewussten Zehntelliter mit dem leichten Vorteil bei den 5,3 Litern des Ein-Liter-Motörchens, doch fällt der Unterschied in der Praxis größer aus. Da erarbeitet sich der Vierzylinder einen Vorteil von etwa einem halben Liter auf 100 km. Beide brauchten aber weniger als sieben Liter im Schnitt und unterscheiden sich bei den Kraftstoffkosten um weniger als 70 Cent auf 100 km.

Nahtlos schließt sich der Q2 unterhalb des Audi Q3 an die Q-Reihe an, so nahtlos, dass sich der Q3 schon angesichts seines fortgeschrittenen Alters in Frage gestellt sieht. Was auch am Design des Neueren liegt. Der dafür zuständige Designer Matthias Fink sieht das so: Dass sein Q2 die Gene der Q-Reihe von Audi tragen müsse, sei doch selbstverständlich. Er habe dennoch große Freiheiten bei der Gestaltung. „Quattro-Backen“ habe er ihm verpasst und auch andere Anleihen beim Audi Sport – dem Ur-Quattro – genommen. Die Ecken und Kanten sind zwei weitere Entdeckungen am Q2-Design. Die eingezogenen Seitenflächen, die Schweller, die schwarze C-Säule und der achteckige Wappengrill helfen dabei, dem kleinsten SUV aus Ingolstadt die vergleichsweise jüngste Optik zu verschaffen. Der Audi Q2 gibt sich weniger glatt und edel als etwa ein Q3, sondern frischer und extrovertierter. Der für ein SUV dieser Größe vorbildliche Luftwiderstandsbeiwert von 0,30 hilft beiden Motoren und ihren Kollegen.

Im Innenraum bleiben Stil, das Qualitätsniveau bei Materialien und Verarbeitung auf Ingolstädter Höhe, ebenso die Ausrichtung des kleinsten SUV bei Internet und Fahrer-Assistenzsystemen. Mit vielen Varianten und persönlich wählbaren Akzenten lässt der Q2 sich in einem deutlich höheren Maß an den eigenen Geschmack anpassen als seine größeren Brüder. Und darüber reden kann man mit der ganzen Welt, denn der Q2 ringt mit seinen Audi-Markenkollegen gemeinsam um die Krone der besten Konnektivität und der besten Infotainment-Ausstattung. Da verwundert es nicht, dass auch in diesem Audi das virtuelle Cockpit zu finden ist. Schade nur, dass es nur in Verbindung mit der großen Infotainment- und Navigationsausstattung zu haben ist. Serienmäßig wird jeder Q2 mit „Audi connect SIM“ und Datenflatrate ausgestattet.

Wenn auch der Audi Q2 als kleinstes Mitglied der Q-Familie antritt, so fällt es schwer, von einem Einsteiger-Modell zu sprechen. Der Kleine hat Charakter. Selbst mit der scheinbar schwächlichen Motorisierung im 1.0 TFSI mit 116 PS kommt nie der Eindruck auf, in einem untermotorisierten Auto zu sitzen. Auch der Q2 mit dem Dreizylinder-Benziner kommt also nicht als Verzichtsmodell daher, sondern als leichtfüßiger Vertreter einer neuen SUV-Generation für die junge Generation. Aber auch Silberlocken müssen nicht fürchten, in einem Q2 nun schmerzhaft dem Jugendwahn zum Opfer zu fallen. Der Audi Q2 ist ein echtes Audi-SUV mit dem Premiumanspruch der Marke, nur eben kleiner.(ampnet/Sm)

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