Vorstellung VW Golf GTI: Eine Ikone erneuert sich

Welches Automobil hat es unter gleichem Namen bis in die achte Generation geschafft? Der VW Golf hat es geschafft. Und einer der Publikumslieblinge im VW-Portfolio ist die schärfste Variante des Kompaktmodells. Als GTI eilt es seit 1976 über die Straßen. Immer wieder überraschend, welche Emotionen die doch so sachliche, fast nüchterne Formgebung auslösen kann. Ende des Sommers kommt die Ikone in den Handel, digitaler und fahrdynamischer denn je. Zu schade, wenn der Geburtstag doch eher emotionslos über die Bühne geht und Designer und Fahrwerkstechniker im Internet die Erklärung aus der Distanz wagen müssen: Auch die Premiere des neuen Golf GTI leidet unter Sars-CoV-2.

Man trägt wieder Auspuff

Klaus Bischoff, Designchef bei Volkswagen, spricht von einer Form, die Dynamik erlebbar mache. Vorn setzt die Front tief an, scheint sich „auf der Straße festzusaugen“ (Bischoff). Die Seitenwände spielen in stark dreidimensionaler Ausprägung mit Licht und Schatten, das Heck setzt den wuchtigen Abschluss und wird dank der beiden Auspuffendrohre links und rechts unter dem Diffusor-Stoßfänger zum einprägsamen Karosseriefinale. Dass wieder Auspuff gezeigt werden kann, hat uns Klaus Bischoff schon vor geraumer Zeit in einem Interview mitgeteilt. Es wisse doch jeder, dass da nichts Schmutziges mehr rauskommt, sagte er. Das war Mitte 2015, zwei Monate vor dem Dieselskandal.

Wie auch immer, der neue GTI zögert nicht, bewährte Details wie das Wabengitter im Kühlergrill zu tragen. Neu sind dagegen der Airsplitter vorn und die messerscharf gezeichneten Seitenschweller in Schwarz. Ein Novum ist außerdem die per LED illuminierte Kühlerspange als Komponente des Tagfahrlichts. Auch die Nebelscheinwerfer leuchten auf Wunsch in LED-Technik, ihre x-förmige Anordnung macht den GTI auch bei Dunkelheit unverwechselbar.

Innen ziert ein im Radius reduziertes, aber in seinen Funktionen erweitertes Lenkrad das Cockpit, die Anzeigen selber sind digital und variabel gehalten. Die Bedienung soll sehr einfach sein, versprechen die Entwickler.

Turbobenziner aus den Performance-Versionen

Der 245 PS (180 kW) starke Zwei-Liter-Turbobenziner war bislang der GTI-Performance-Variante vorbehalten. In der neuen Generation ist sie die vorläufig einzige Antriebsversion des Kompaktsportlers. Sie ist mehr als doppelt so kräftig wie der Vierzylinder im Urahn, dessen 110 PS allerdings auch rund eine halbe Tonne weniger Gewicht mobilisieren mussten. Der GTI 2020 wiegt etwa 1450 Kilogramm, sein früher Vorgänger brachte es gerade mal auf wenig mehr als 900 Kilogramm. Mit seinen Fahrleistungen ist der jüngste Spross der Familie ihm jedoch weit überlegen. 182 km/h schaffte der erste GTI, der neue wird erst bei 250 km/h von der Elektronik eingebremst. Für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dürften nur wenig mehr als sechs Sekunden vergehen, genaue Angaben hierzu macht VW zurzeit ebenso wenig wie zum Verbrauch. Wir schätzen ihn nach Norm auf etwa 6,2 Liter Superplus für 100 Kilometer.

Im Vergleich zu den TSI und TDI Golf-Versionen hat das Sportmodell eine weitgehend veränderte Fahrwerksabstimmung bekommen. Mehr Grip, mehr Fahrstabilität, verspricht Karsten Schebsdat, Leiter Fahrdynamik Lenk- und Regelsysteme bei Volkswagen. Hierfür bekommt die Vorderachse neue Querlenkerlager, auch die Federn und Anschlagpuffer wurden modifiziert. Die Hinterachse hat ebenfalls neue Querlenker- und Dämpferlager erhalten, die Federrate wurde vorn um fünf und hinten um 15 Prozent erhöht.

Sperre mit Lamellenkupplung

Vor allem aber die elektronisch geregelte Vorderachsquersperre mit Lamellenkupplung soll verhindern, dass der GTI – wie fast alle frontgetriebenen Fahrzeuge – in schnellen Kurven über die Vorderräder schiebt, also untersteuert. Sein Fahrverhalten sei weitgehend neutral, heißt es. Mit Hilfe des Fahrdynamikmanagers als neuem, übergeordneten Regelsystem gelingt die Vernetzung aller relevanten elektromechanischen Fahrwerkskomponenten. Er hat den Hut auf, wenn es um die Harmonisierung und den maß- und sinnvollen Einsatz der Dynamikfunktionen geht.

Gutes Handling unterstützen außerdem die serienmäßige Progressivlenkung, die nur 2,1 Lenkradumdrehungen von Anschlag zu Anschlag erfordert und ein größerer Hauptbremszylinder, der die Dosierbarkeit der Anlage verbessert. Der Fahrdynamikmanager lässt sich mit einem Slider stufenlos von Eco bis Sport einstellen, das Stabilitätssystem ESC kennt einen Sportmodus und kann sogar ganz abgeschaltet werden. Der neue GTI rollt je nach Ausstattung auf 17 bis 19 Zoll großen Leichtmetallrädern.

Der GTI hat sich beinahe zu einer Marke in der Marke VW entwickelt. Seine Fangemeinde ist überaus treu und offen vor allem nach oben, wenn es um die Leistung geht. Deshalb sind stärkere GTI-Varianten wie der frühere TCR oder Club Sport in Vorbereitung. Und sie schaltet außerdem gerne selbst, deshalb ist ein manuelles Sechs-Gang-Getriebe Serienstandard. Das DSG gibt es gegen Aufpreis.

Was die Zukunft für den GTI bringen wird, ist fraglich. Konzernchef Herbert Diess fokussiert vor allem auf E-Mobilität und hat sogar den jüngst noch präferierten Erdgas-Modellen einen Entwicklungsstopp beschieden. Sollte er sich das beim GTI trauen, dürften der Marke noch mehr Menschen die Freundschaft kündigen. Aber mit den Einschätzungen ist es in Wolfsburg so eine Sache. Bei der Premiere auf der IAA des Jahres 1975 plante die Führungsriege eine Auflage von 5000 Kompaktsportlern. Nach acht Jahren, und bis zur Einführung der zweiten Generation, hatten 461 690 Exemplare einen Käufer gefunden. (ampnet/mk)

VW lässt die Sonne herein

Volkswagen hat jetzt wieder ein Cabriolet im Programm: Ab sofort steht der offene T-Roc bei den Händlern. Nach dem Aus für das Range Rover Evoque Cabriolet handelt es sich um das derzeit einzige SUV-Cabrio eines Herstellers. Zu Preisen ab 27.495 Euro lässt der T-Roc künftig die Sonne ins Auto. Als Antrieb stehen ein 1,0-Liter-Benziner mit 115 PS (85 kW) und 1,5-Liter-TSI-Motor mit 150 PS (110 kW) zur Wahl.

Das vollautomatische elektrohydraulische Stoffverdeck ist dabei das zentrale Element des T-Roc Cabriolet: Es öffnet sich innerhalb von neun Sekunden und bei einer Geschwindigkeit bis 30 km/h auch während der Fahrt. In elf Sekunden schließt sich das Stoffverdeck bei Bedarf wieder. Hinter den Kopfstützen der Rücksitze befindet sich der Überschlagschutz, der beim Überschreiten einer definierten Querbeschleunigung oder Seitenneigung in Sekundenbruchteilen ausfährt.

Das 4,27 Meter lange Cabriolet mit integrierter SIM-Karte verfügt mit eingeklapptem Verdeck über 284 Liter Kofferraumvolumen. Dank der Durchladefunktion ist auch der Transport längerer Gegenstände möglich. Eine Anhängervorrichtung ist ebenfalls verfügbar. (ampnet/jri)

Sonderkonditionen bei VW für Caddy und Co.

Volkswagen bietet seine Nutzfahrzeuge für Großkunden sowie gewerblichen Einzel- und Privatkunden zu besonderen Konditionen an. So gibt es aktuell unter anderem eine 0,99-Prozent-Finanzierung für die Modelle Amarok, Caddy, T6.1 und Crafter für Einzelkunden und eine Null-Prozent-Finanzierung für den Caddy Life. Dazu kommen spezielle Leasingraten für den T6.1 Commerce und den Crafter sowie weitere Modelle und vergünstigte Wartungs- und Inspektionspakete.

Privatkunden erhalten zum Leasing- oder Finanzierungvertrag mit der VW-Bank und Volkswagen Leasing den Ratenschutz bei Arbeitslosigkeit beitragsfrei dazu. Gewerbliche Einzelkunden erhalten den Ratenschutz für Geschäftsaufgabe aus wirtschaftlichem Grund.

Alle Angebote gelten bis zum 31. Juli 2020. (ampnet/jri)

Der Tiguan fährt allen anderen im Konzern davon

Volkswagen hat mit dem Tiguan in diesem Frühjahr die Produktionsschallmauer von sechs Millionen Exemplaren durchbrochen, dessen erste Modellgeneration 2007 auf den Markt kam. Allein im vergangenen Jahr wurden 910.926 Exemplare gebaut. Damit hat sich das Kompakt-SUV zum meistverkauften Auto der Marke und des Konzerns entwickelt. Das Fahrzeug wird in rund 80 Prozent aller Länder der Erde angeboten. In Europa ist er das erfolgreichste SUV auf dem Markt. Weltweit gehört der Tiguan zu den drei gefragtesten Sport-Utility-Vehicles überhaupt. Volkswagen produziert seinen Bestseller in vier Zeitzonen auf drei Kontinenten und damit quasi rund um die Uhr.

Durchschnittlich alle 35 Sekunden rollte 2019 ein Tiguan vom Band, dessen zweite Generation im April 2016 erschien. Weiter an Bedeutung gewann die Baureihe vor drei Jahren durch den Tiguan Allspace mit 110 Millimetern mehr Radstand und bis zu sieben Sitzplätzen. Sie macht aktuell rund 55 Prozent der Tiguan-Produktion aus. In Amerika bietet Volkswagen den Tiguan ausschließlich in der langen Version an, die in China Tiguan L heißt und dort auch als Plug-in-Hybrid erhältlich ist. Für Europa ist ein elektrifiziertes Modell für dieses Jahr geplant.

Gebaut wird der Tiguan in der Normalversion im VW-Stammwerk Wolfsburg für die Märkte in Europa, Afrika, Asien und Ozeanien sowie im russischen Kaluga für Russland und die angrenzenden zentralasiatischen Länder. Der lange Tiguan wird in Shanghai sowie im mexikanischen Puebla für alle anderen Länder produziert. (ampnet/jri)

Fahrbericht Volkswagen Touareg V6 TDI: Das Prachtstück

Noch eine konsequente Entscheidung: Volkswagen hat als einziger Massenhersteller den Trend im Markt so ernst genommen, dass heute das Flaggschiff der Personenwagen-Palette der Marke ein SUV ist, nicht etwa eine klassische Limousine. Von der inzwischen dritten Generation verkaufte das Unternehmen in Summe rund eine Million Exemplare – Grund genug, den Erfolg mit dem Sondermodell „One Million“ zu veredeln und nicht mehr an den Phaeton zu denken, als dessen SUV-Version der Touareg 2002 gestartet war.

Vor 18 Jahren bot Volkswagen Neuwagen den Touareg mit Phaeton-Niveau in Technik und Ausstattung zu deutlich niedrigeren Preisen an als die Top-Limousine, um den Einstieg der neuen Fahrzeugklasse zu erleichtern. Heute wird das Einstiegsmodell mit V6-Diesel für 60.130 Euro angeboten, aufrüstbar mit einer langen Liste von Sonderausstattungen. Unser komplett ausgestatteter One Million für 81.635 Euro hat Volkswagen noch mit aufpreispflichtigem Weiß mit Perlmuttglanz, Luftfederfahrwerk und Vordersitzen mit Massagefunktion und aktiver Klimatisierung aufgepäppelt für insgesamt 85.835 Euro.

Er ist aber auch ein rechter Prachtkerl, wenn er so den Redaktionshof veredelt. Er zeigt mit jedem Quadratzentimeter, dass er sich der automobilen Oberklasse zugehörig fühlt, wenn auch mit der gebotenen Zurückhaltung. Schließlich ist Größe nicht alles. Mit seiner Gesamtlänge von 4,88 Metern hält er den Abstand zur Fünf-Meter-Marke, die seine deutschen Werber Audi Q7 um sieben Zentimeter und der BMW X7 sogar um 15 Zentimeter übertrifft. Aber der Touareg zielt auch weniger als die anderen auf den amerikanischen und chinesischen Markt. Seit dem Brexit markiert der Touareg mit dem V6-Diesel den kontinentaleuropäischen Gipfel der SUV-Idee.

Modern, aber konservativ gediegen geht es auch im Innenraum zu. Gestaltung, Materialien und Verarbeitung unterstreichen gleichzeitig die Wertigkeit und den Anspruch als Topmodell in dieser Preisklasse bis hin zu digitalem Cockpit und farbigem Head-up-Display. Bei den Assistenzsystemen und dem Infotainment fehlt es an nichts. Die Elektronik der dritten Generation verkörperte bei ihrer Präsentation 2018 die Spitze der Infotainment- und Assistenten-Technologien. Heute ist schon der Golf deutlich weiter. Mag sein, dass gerade die Touareg-Zielgruppe die Künstliche Intelligenz lieber den Golf-Käufern überlässt.

Klasse hat im SUV-Geschäft auch etwas mit Masse zu tun. Der VW Touareg wiegt leer mindestens 2070 kg, zählt also auch zu den Zweitonnern, liegt aber deutlich dichter an der Grenze als der Wettbewerb. Dafür darf er höchstens knapp 800 kg zuladen und 3500 kg ziehen. In den Kofferraum passen 810 Liter und maximal 1800 Liter. Er hat also auch handfeste Qualitäten, nicht nur auf glatten europäischen Straßen.

Auch die Einordnung als Geländewagen ändert allerdings nichts daran, dass der Touareg die Autobahn mehr schätzt als das derbe Gelände. Mit Luftfeder erhebt er sich deutlich über die Straße, auch mit der besonderen Einstellung fürs Gelände kann er deutlich mehr als schlechte Wegstrecken überwinden. Aber die Werte für Böschungs- und Rampenwinkel zeigen die Grenzen im Gelände, die er auf Asphalt vergessen lässt.

Die 280 PS aus dem Drei-Liter-Diesel mit sechs Zylindern in V-Anordnung verschaffen ihm eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 240 km/h. Mit 600 Newtonmetern maximalem Drehmoment schon ab wenig mehr als 2000 Umdrehungen pro Minute (U/min) wuchtet er sich in gut sechs Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das klingt nicht nach mehr als zwei Tonnen Gesamtgewicht, ebenso wenig wie die Verbrauchswerte.

Nach WLTP liegt der Kraftstoffverbrauch bei sehr schneller Fahrt bei 8,4 Litern auf 100 km. Im Schnitt ermittelte Volkswagen nach WLTP einen Verbrauch von 8,2 Litern, nach NEFZ von 6,6 Litern auf 100 km. Daraus ergibt sich für die Kohlendioxidemission ein Wert von 173 Gramm pro Kilometer, was den Touareg in die Effizienzklasse B einordnet. SCR-Abgastechnik schafft die Zulassung unter Euro 6d-TEMP-EVAP-ISC, was in deutschen Großstädten bedeutet: Vor dem Auto ist die Luft in Sachen Schadstoffen schlechter als dahinter.

Aufschlussreich in diesem Zusammenhang ist der Vergleich mit den Daten des 340-PS-Benziners. Der schafft maximal 250 km/h und den Sprint in etwas weniger als sechs Sekunden. Nach WLTP braucht er im Schnitt 10,5 Liter auf 100 km, also 2,3 Liter mehr. Die CO2-Emissionen liegen bei 205 g/km, fast ein Fünftel über dem Diesel-Wert. Auch, wenn viele das heute nicht zur Kenntnis nehmen wollen: Dem Klima schadet der Diesel also deutlich weniger als der Benziner.

Wie er sich zeigt, so fährt er auch: ruhig, gelassen und mit überlegenen Reserven. Die Acht-Gang-Automatik arbeitet unspektakulär im Hintergrund, Luftfeder und die Möglichkeiten, das Fahrwerk auf die Situation einzustellen, führen schon nach kurzer Bekanntschaft beim Fahrer zu der Gewissheit, dass dieses Auto ihn nicht fordern, sondern eher verwöhnen wird.

In der Innenstadt ist der Wendekreis von mehr als zwölf Metern zwar hinderlich, aber Kameras und der Einpark-Assistent erleichtern des Leben auch in der Enge. Schließlich hat der Fahrer genug Raum um sich herum, dazu noch eine gute Übersicht und die Sicherheit der vielen Sensoren, die auch auf Fußgänger aufpassen. Teilautonomes Fahren entschädigt besonders bei langen Autobahnetappen für das Zirkeln in engen Innenstädten.

Wer es sich leisten kann oder will, lebt mit dieser Fahrzeugklasse bequem, solange er sich nicht daran stört, das Prachtstück auf den meisten Autobahnbaustellen wegen der Außenbreite von 2,19 Metern auf die rechte Spur zwischen die Lkw steuern zu müssen. Nichts ist perfekt. (ampnet/Sm)

Stromstoß für Volkswagens Topmodelle

VW treibt den Ausbau seiner Plug-in-Hybridflotte voran. Noch in diesem Jahr sollen sechs weitere Benzin-Elektro-Zwittermodelle auf den Markt rollen. Die positive Kundenresonanz auf Passat GTE und Passat Variant GTE mit rund 15 Prozent Einbaurate haben die Wolfsburger zu diesem Schritt ermutigt. Vermutlich aber auch der verschleppte Anlauf des ID.3 und die drohenden Strafzahlungen wegen der Nichteinhaltung der strengen CO2-Flottenziele der EU.

Neben den beiden Passat-Varianten Limousine und Variant, die mit 218 PS Systemleistung und 55 km Reichweite bereits seit hat VW erst im Februar mit dem Touareg R PHEV ein weiteres, besonders kräftiges Plug-in Hybrid-Modell auf dem Markt platziert. Bis Ende 2020 soll das Angebot mit dem Golf in zwei Leistungsvarianten als e-Hybrid und GTE erweitert werden. Ebenfalls noch in diesem Jahr soll der neue Arteon als Limousine und ShootingBreak mit Plug-in-Hybrid-Antrieb folgen. Die gestreckte Tiguan-Version L 430 PHEV ist allerdings zurzeit nur in China erhältlich. In Europa ist die kompakte SUV mit Stecker erst mit der neuen Generation vorgesehen.

Von Beginn an setzte VW bei der Elektrifizierung auf die Parallelhybrid-Technologie, bei der Verbrenner, E-Maschine, Kupplung und Getriebe hintereinander angeordnet quasi auf einer Welle laufen. „Diese Topologie ist besonders gut geeignet sowohl für Längs- wie Quermotorkonzepte“, sagt Kai Philipp, der bei VW die Projektsteuerung Elektrifizierte Antriebe leitet. Also wie geschaffen für die modularen MLB- und MQB-Bausätze der Wolfsburger. Mit letzteren können die Plug-in-Varianten sogar zusammen mit den Verbrenner-Modellen auf einer Montagelinie produziert werden. „Der Parallel-Hybrid ermöglicht hohe Systemleistung und ein sportives und direktes Fahrverhalten“, sagt Kai Philipp, „kombiniert mit einem hohen Wirkungsgrad, insbesondere auch bei hohen Geschwindigkeiten.“

Golf GTE und GTI auf Augenhöhe

Daher hat VW die PHEV-Technik grundsätzlich auch „als Performance Hybridmodelle“ ausgelegt. Soll heißen: die stärksten Modelle der jeweiligen Baureihe bekommen in Zukunft stets einen zusätzlichen Stromstoß. So wird der neue Golf GTE mit dem 245 PS (180 kW) starken Golf GTI auf Augenhöhe fahren. Während das neue Tourareg-Topmodell R PHEV schon jetzt mit 462 PS Systemleistung an der V8 TDI-Version mit 421 PS vorbeizieht.

Darüber hinaus lag der Schwerpunkt der Entwicklung der PHEV-Fahrzeuge laut Kai Philipp „auf der Optimierung des elektrischen Fahrerlebnisses“, sprich: einer höheren Reichweite. Weil der Bauraum in einem Plug-in-Fahrzeug nun aber wegen des Zwei-Motoren-Konzepts begrenzt ist, kann die Steigerung der Reichweite nur durch eine höhere Energiedichte erreicht werden. Diese konnten die VW-Ingenieure in den vergangenen fünf Jahren um fast 50 Prozent steigern. „Wir kommen von 8,8 kWh in der ersten Golf-GTE-Generation ab 2014 und sind jetzt bei 13 kWh bei quasi identischem Packaging angekommen.“

Einen Polo GTE wird es nicht geben

Überhaupt sei das Package die Herausforderung bei der Integration des Plug-in Hybrid-Antriebs ins Fahrzeug, sagt Kai Philipp. Denn im dafür vorgesehenen Bauraum im Heck muss neben der Batterie auch noch der Tank untergebracht werden. Beispiel Passat GTE: hier konnten die Ingenieure neben der 96 Liter großen und 135 Kilogramm schweren Hochvolt-Batterie immerhin noch statt des üblichen 66 Liter einen 50 Liter großen Tank platzieren. Umgekehrt beschränkt das Antriebskonzept aber auch die Fahrzeuggröße. Einen Polo mit Plug-in-Hybrid wird es nach Philipps Ansicht nicht geben. „Die PHEV-Technik benötigt ein Mindestmaß an Bauraum. Daher gehen wir davon aus, dass der Golf die Untergrenze darstellt“.

Ob den Wolfsburgern mit dem Ausbau ihrer Plug-in-Hybrid-Flotte die Einhaltung der strengen CO2-Vorgaben der EU gelingen wird, bleibt abzuwarten. Denn gerade weil die Nachfrage wie im Falle des Passats steigt, muss der VW-Manager einräumen, „haben wir je nach Ausstattung im Moment mit Lieferzeiten von bis zu sechs Monaten zu rechnen“. (ampnet/fw)

Neue TDI halten großen Abstand zum Grenzwert

Volkswagen hat ein neues Spektrum sauberer direkt einspritzender Turbo-Diesel entwickelt. Die TDI zeichnen sich durch niedrige Stickoxid-Emissionen (NOx) aus, die den Euro-6-NOx-Grenzwert von 80 mg/km deutlich unterschreiten. Zu den ersten Volkswagen, deren Abgasreinigungssysteme die Stickoxide auf diesem neuen Level herausfiltern, gehört der 421 PS (310 kW) starke Touareg V8 TDI: Er emittiert lediglich zwischen 10 und 20 mg/km.

Ermittelt wurden die NOx-Werte per RDE-Messung (Real Driving Emissions) im realen Straßenverkehr; durchgeführt hat sie der unabhängige britische Test- und Datenspezialist „Emissions Analytics“. Ein Test fand im topographisch flachen Niedersachsen statt, zwei weitere Tests mit Höhenunterschieden im Streckenverlauf in Baden-Württemberg und Bayern. In Niedersachsen waren es im Durchschnitt 10 mg/km NOx, in Bayern 13 g/km und in Baden-Württemberg 20 mg/km. Im Schnitt aller drei Messungen lag der NOx-Wert des Volkswagen bei 14 mg/km. Möglich wird dieses Ergebnis unter anderem durch eine mehrstufige Abgasnachbehandlung mit einem sehr großen NOx-Speicher. (ampnet/Sm)

Trotz Corona: VW hält an ID-3-Termin fest

Volkswagen behält trotz der Corona-Krise das Einführungsdatum für den ID 3 bei. Zeitgleich wollen die Wolfsburger 30.000 vorbestellte Einheiten als Editionsmodell ausliefern. Nach Abzug der Umweltprämie kostet der Stromer knapp 23.430 Euro und stellt eine Ersparnis von 840 Euro pro Jahr bei den laufenden Kosten in Aussicht. Für das Laden zu Hause gibt es CO2-freien Volkswagen-Naturstrom. Unterwegs bieten die Schnell-Ladeparks des Joint Ventures Ionity zu 100 Prozent Ökostrom.

Zeitgleich tobt im Konzern seit heute morgen ein Kampf wegen des Golf. Betriebsrat Bernd Osterloh attackierte den Konzernvorstand offen aufgrund der viel zu geringen Produktionszahlen. Geplant waren für vergangenes Jahr mehr als 100.000 Einheiten, gebaut wurden nach seinen Angaben nicht einmal 9000 Fahrzeuge. Osterloh wirft den Vorständen vor, „zu schnell zu viel Technik“ in den Golf gebracht zu haben. (ampnet/deg)

VW launcht EM-Sonderedition „United“

Zur bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft bringt Volkswagen einige Modelle als Sonderedition „United“ auf den Markt. Ab sofort sind Up, e-Up, Polo, T-Cross, Golf Variant, Golf Sportsvan, T-Roc, Tiguan Allspace, Touran und Sharan als United erhältlich.

Auf Wunsch kann die Ausstattung um ein exklusives Zusatzpaket oder ein R-Line Exterieur-Paket ergänzt werden. Für Kunden ergibt sich ein maximaler Preisvorteil bis zu 3400 Euro. Begleitet wird die Markteinführung der neuen Sondermodelle durch eine breit angelegte Werbekampagne mit der Nationalelf.

Das Ausstattungspaket der Fahrzeuge besteht exklusiv aus der Farbe „Atlantic Blue Metallic“, Leichtmetallräder „Dublin“ und verdunkelte Seiten- und Heckscheiben, sowie eine Plakette auf der B-Säule des jeweiligen Modells. Im Innenraum sind unter anderem die Sitzstoffe in neuen modellspezifischen Mustern ausgeführt, Einstiegsleisten mit dem Schriftzug „United“ und ein Multifunktionslederlenkrad sind mit an Bord.

Ergänzt wird die Ausstattung durch ein Infotainment- oder Navigationssystem (ab Polo), eine Klimaautomatik (außer Up), ein Licht- und Sicht-Paket sowie eine Anschlussgarantie für weitere drei Jahre oder 50.000 Kilometer.

Volkswagen bietet zwei optionale Ergänzungspakete an: Mit dem „United Plus-Paket“ kann die Ausstattung modellabhängig unter anderem um größere Leichtmetallräder, einen schwarzen Dachhimmel, das Active-Info-Display oder die Multifunktionsanzeige Premium (ab T-Roc) oder auch die Telefonschnittstelle „Comfort“ mit induktiver Ladefunktion erweitert werden.

Der Preisvorteil für die „Plus-Pakete“ beträgt je nach Modell bis zu 645 Euro. Für Polo, T-Cross, T-Roc, Golf Variant und Touran ist zusätzlich ein „R-Line Exterieur-Paket“ erhältlich, das sportliche Exterieurumfänge und größere Leichtmetallräder umfasst. Beim Golf Variant beinhaltet es zudem das Sportpaket, beim Touran ein Sportfahrwerk.

Die United-Sondermodelle sind mit vielen Motor-Getriebe-Varianten kombinierbar und ab sofort bestellbar. Die Preise beginnen bei 14.480 Euro für den Up. (ampnet/deg)

Der VW Touareg R kommt an die Steckdose

Volkswagen wird den neuen Touareg R als erstes Modell in der Baureihe mit einem Hybridantrieb ausstatten und präsentiert das Topmodell der SUV-Baureihe auf dem Genfer Autosalon (5.-15.3.2020) mit V6-Turbobenziner und zusätzlichem Elektromotor. Sie generieren eine Systemleistung von 462 PS (340 kW) und ermöglichen dem Touareg R rein elektrisch bis zu 140 km/h schnell zu fahren.

Der 3,0-Liter-Benziner leistet 340 PS (250 kW), der Elektromotor verfügt über 136 PS (100 kW). Die Lithiumionen-Batterie hat einen Energiegehalt von 14,1 kWh. Die Kraftübertragung erfolgt über eine Acht-Gang-Automatik. Der Touareg R PHEV verfügt über Allradantrieb und ein maximales Drehmoment von 700 Newtonmetern. Die maximale Anhängelast beträgt 3,5 Tonnen.

Ist das Navigationssystem aktiv, berücksichtigt der Batteriemanager vorausschauend auch die Straßen- und Topographiedaten, um die Batterienutzung anzupassen und die elektrische Reichweite zu optimieren. Wie hoch diese im Idealfall ist, ließ Volskwagen in seiner Meldung allerdings noch offen. Als erstes PHEV-SUV wird der Volkswagen mit der Anhängerrangierhilfe Trailer-Assist angeboten: Ein weitere Neuheit ist die jüngste Entwicklungsstufe des Travel-Assist, der das assistierte Fahren erstmals bis zu einer Geschwindigkeit von 250 km/h erlaubt.

Der unter anderem mit dem Exterieur-Design-Paket „Black Style“ sowie 20-Zoll-Leichtmetallrädern („Braga“) und der „R-Line“ Interieurwelt (z.B. Lederausstattung „Vienna“ mit kristallgrauen Nähten) veredelte und gut ausgestattete Touareg R wird in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen. (ampnet/jri)