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Cupra: Leistungs-Explosion auf der Schneepiste

An Automarken wie Simca, NSU oder Pontiac können sich nur wenige noch erinnern, neue kommen immer wieder hinzu. Sie heißen zum Beispiel DS oder Polestar, sollen Luxus- oder Elektro-Kompetenz untermauern. Die Buchstaben-Kombination „Cupra“ hat ihren Ursprung im Motorsport, wurde aus dem Begriff „Cup-Race“ gebildet und hat bei Seat die leistungsstärksten Versionen einer Baureihe definiert. Seit Anfang 2018 läuft die Positionierung als eigenständige Marke und die vergangenes Jahr auf dem Automobilsalon in Genf vorgestellte Crossover-Studie „Formentor“ geht dieses Jahr in Serie. Es wird das erste Modell sein, das kein Vorbild im Seat-Portpolio hat.

Es scheint also zu funktionieren, viele Kunden sind scharf auf Cupra, wie allein fast 11.000 verkaufte Fahrzeuge mit diesem Namen in 2019 zeigen. Beim Modell Ateca war jeder Vierte neu zugelassene Wagen ein Cupra. Den Höhenflug der VW-Tochter illustriert nicht zuletzt die Tatsache, dass Seat hinter Skoda zur zweitgrößten Importmarke in Deutschland aufgestiegen ist. Nicht ohne Stolz konnte Geschäftsführer Bernhard Bauer jetzt verkünden, dass Seat mit mehr als 138.000 Exemplaren die Hersteller Renault und Hyundai auf die nachfolgenden Plätze verwiesen hat. Vier Neuerscheinungen in 2020 sollen diese Position festigen.

Auch wenn die Bilanz nach gerade 50.000 Einheiten im Jahr 2010 beeindruckend erscheint, weiß auch Bernhard Bauer: Ein bisschen mehr geht immer. Vor allem bei der Leistung. Auf dem verschneiten Flüelapass zwischen den schweizerischen Ski-Orten Davos und Susch stellte Seat jetzt zwei Sondermodelle des Ateca vor, für die sich trotz eisiger Temperaturen wohl jeder Testfahrer leicht erwärmen konnte. Die „Limited Edition“ ist auf 1999 Exemplare begrenzt und lockt mit 300 PS (221 kW) sowie zahlreichen eigenwilligen Ausstattungsmerkmalen. Dazu gehören beispielsweise 20-Zoll-Felgen mit Kupfer-Akzenten, eine Akrapovic-Abgasanlage mit vier perforierten Endrohren, Brembo-Bremsen sowie Schalensitze und Alcantara-Bezüge. Freilich treibt dies den Preis des Ateca, der in seiner einfachsten Version 22.490 Euro kostet, auf 50.650 Euro.

Der aufgeladene Zweiliter-Vierzylinder stemmt 400 Newtonmeter Drehmoment an die Achsen, mehr als ein gleich starker Porsche Cayman. Bei 247 km/h ist auch auf trockener freier Strecke Schluss. Auf der präparierten Eispiste gefiel der Ateca durch problemloses Handling. Es ist leicht, die Fuhre im Slalomparcours ins Wedeln zu bringen, aber ebenso einfach, sie wieder einzufangen. Dabei hilft unter anderem die Tatsache, dass ein übergroßer Gierwinkel der Motorelektronik befiehlt, die Gaszufuhr einzustellen.

Offenbar scheint man bei Cupra (womit die Verantwortlichen von Seat gemeint sind) der Ansicht zu sein, dass es Kunden gibt, denen 300 Pferdestärken nicht reichen. Deshalb ist man eine Liaison mit der bekannten Tuning- und Rennsport-Firma Abt eingegangen, die dem verschärften Ateca noch einen Schuss mehr Würze verleiht. Das dort geschnürte Paket umfasst außer Original-Abt-Sportfelgen im Maß 20 Zoll eine Leistungssteigerung auf 350 PS (257 kW) und eine Erhöhung des Drehmoments auf 440 Nm sowie eine Tieferlegung des Fahrwerks um 25 bis 30 Millimeter. Auch für den Leon Cupra R Sportstourer sind diese technischen Veränderungen bestellbar, allerdings mit dem Unterschied, dass die Tieferlegung dort lediglich 15 bis 20 Millimeter beträgt. Beide Pakete sind für jeweils 5990 Euro erhältlich.

Der Schleuder-Traum im Ski-Gebiet kann zwar höchst vergnügliche Fahrerlebnisse mit sich bringen, jedoch eines ist nicht möglich: Einen realistischen Eindruck von den tatsächlichen Verbrauchswerten der entfesselten Ateca- und Leon-Versionen zu vermitteln. Für den 300-PS-Ateca spricht der Hersteller von 7,4 Litern im Mittel, beim gleich starken Cupra-Kombi von 7,1 Litern. Es ist also davon auszugehen, dass sie ohne schneebedingt ständig durchdrehende Räder im Alltag unter neun Litern bewegt werden können.

Die für den weiteren Verlauf des Jahres angekündigten Neuheiten bieten unter anderem einen kompakten Elektro-Wagen, der technisch eng verwandt mit dem Volkswagen ID3 sein wird. Der Kleinwagen Mii wird ebenfalls elektrifiziert, und zwar nach dem Muster von VW e-Up und Skoda Citigo. Seat wirbt damit, dass der Mii-electric bei Inanspruchnahme der staatlichen Förderung nur 14 080 Euro kosten werde. Der Nachfolger des aktuellen Leon ist in Vorbereitung, das SUV Tarraco wird zum Ende des Jahres als Plug-in-Hybrid vorgestellt.

Parallel will Seat auch andere alternative Antriebe ausbauen. Man werde „weiter auf die CNG-Technik setzen“ versprach Bernhard Bauer zum Thema Erdgas-Antrieb. Auf die in Wolfsburg entwickelte Studie eines Erdgas-Plug-in-Hybrids, der die Vorteile eines synthetisch und umweltfreundlich herzustellenden Kraftstoffs mit fortgesetztem Bedarf an Zulieferbauteilen wie Kurbelwellen, Abgasanlagen und Turboladern verknüpfen könnte, wird Seat jedoch wahrscheinlich nicht zurückgreifen können. (ampnet/afb)

Cupra Leon: Die Sportmarke von Seat startet durch

Vor vielen Jahren überraschte der damalige Volkswagen-Patriarch Ferdinand Piëch die automobile Welt mit seiner Vision, dass die damals gerade übernommene spanische Marke Seat im Spielfeld von Alfa Romeo antreten solle. Nun, die folgenden Modelle der Spanier versetzten die Italiener nicht in Angst und Schrecken, doch inzwischen haben sich die Verhältnisse gründlich verändert. Alfa Romeo ist nur noch ein Schatten vergangener Grandezza, und Seat gehört zu den erfolgreichen Marken im Volkswagen-Konzern. Seit zwei Jahren spielt nun auch der sportliche Seat-Ableger Cupra im Segment der sportlichen Kompaktmodelle stark auf.

Vor allem in Deutschland fand die jüngste europäische Marke auf Anhieb viele Anhänger. Von den insgesamt 44.000 verkauften Cupra-Modellen gingen 10.000 nach Deutschland, das sich zum wichtigsten Markt noch vor Spanien entwickelt hat. „Zehn Prozent der abgesetzten Leon tragen das Cupra-Markenzeichen“, erklärte Cupra-Chef Wayne Griffiths bei der Vorstellung des neuen Cupra Leon in Barcelona. Gleichzeitig zeigten die Spanier auch das neue Hauptquartier der Marke, die bisher ausschließlich modifizierte Seat-Modelle an den Start gebracht hat. Auf dem Genfer Automobilsalon folgt demnächst mit dem SUV-Coupé Formentor das erste eigene Modell.

Bei der Neuauflage des Cupra Leon verschwindet jetzt erstmals das Seat Markenzeichen, und gleichzeitig rollt das Sportmodell in eine elektrifizierte Zukunft. „Mit dem neuen Cupra Leon wollen wir unsere Marke stärken“, beschreibt Griffiths die Ausrichtung der Marke. Wie bisher wird der Sport-Leon als Kompaktlimousine und Kombi (mit der Typenbezeichnung Sports Tourer) mit einem deutlich eigenständigeren Design als bisher angeboten. Für die Abteilung Vortrieb wählten die Entwickler in Barcelona drei Benzin-Motoren und einen Hybridantrieb, die mindestens 245 PS leisten. Daneben stehen noch zwei Vierzylinder mit 300 PS und 310 PS (ausschließlich für den Sports Tourer mit Allradantrieb) im Angebot.

Angesichts der verschärften Abgasvorschriften kommt der Cupra Leon auch als Plug-in-Hybrid zu den Kunden. „Mit dem Hybrid unterstreichen wir unsere Verpflichtung, die Elektrifizierung auch in das Hochleistungssegment zu bringen“, erklärt Seat-Cupra-Entwicklungschef Axel Andorf die elektrifizierte Ausrichtung. Der Hybridantrieb kombiniert einen 150 PS starken 1,4-Liter-TSI-Motor mit einem 115 PS starken E-Motor, was sich in eine Systemleistung von 245 PS übersetzt. Die Verbindung steht für ein Drehmoment von 400 Newtonmetern. Als elektrische Reichweite geben die Spanier 60 Kilometer an, und die Ladezeit für die 13 Kilowattstunden leistende Batterie liegt an einer Wallbox bei 3,5 Stunden. An der gewöhnlichen Haushaltssteckdose vergehen sechs Stunden. Dank des elektrifizierten Antriebs sinkt der CO2-Ausstoß auf weniger als 50 Gramm je Kilometer. Über die Fahrleistungen machen die Cupra-Verantwortlichen noch keine Angaben.

In der Abteilung Verbrenner gehen ein ebenfalls 245 PS starker sowie ein 300 PS starker Zweiliter-TSI-Antrieb an den Start, die jeweils mit Frontantrieb verbunden sind. Für den Allradantrieb steht das leistungsstärkste Aggregat mit 310 PS für den Fünftürer und den Sports Tourer bereit. So ausgerüstet erledigt der „Eiltransporter“ die Strecke von Null auf 100 km/h in weniger als fünf Sekunden und mutiert so zum rasanten Familienmobil, den der neue Cupra-Botschafter Marc ter Stegen, Torwart beim FC Barcelona, wegen der Kombination von Rasanz und praktischen Eigenschaften als neues Gefährt wählte.

Alle Antriebsversionen sind mit einem besonders schnell schaltenden DSG-Getriebe ausgestattet, dessen Wählhebel nicht mehr mechanisch mit der Schaltzentrale verbunden ist und stattdessen elektronische Signale nutzt. Die Verantwortlichen versprechen dank des entsprechend ausgelegten Fahrwerks ein dynamisches Fahrverhalten (alles andere wäre auch überraschend), für das vier Fahreinstellungen bereitstehen. Neben Comfort kann der Fahrer aus Sport, Cupra und Individual wählen. Auch das Interieur wurde der sportlichen Ausrichtung angepasst.

Für die Beleuchtung spendierten die Entwickler dem Cupra-Leon LED-Leuchten, und natürlich kommt das Modell mit einer vollständigen Konnektivitätsausrüstung auf den Markt. Das digitale Cockpit lässt sich den individuellen Wünschen der Kunden anpassen. In der Abteilung Sicherheit sind unter anderem ein Tempomat mit Abstandsautomatik, ein Notfall-Assistent sowie Spurhalteassistent an Bord. Ein Stauassistent bringt teilautonomes Fahren in das Modell.

Cupra versteht sich nicht mehr allein als Automobilhersteller, vielmehr wollen die Marketing-Strategen ihren Kunden eine vollständige Markenwelt bieten. Als erste Partner haben die Spanier einen Lampenhersteller sowie einen Schuhproduzenten und einen Sonnenbrillen-Produzenten an Bord geholt. So behalten die Cupra-Fans den Durchblick. (ampnet/ww)

Der Cupra Formentor kommt

Seats Performancemarke Cupra wird auf dem Genfer Automobilsalon (Publikumstage: 5.-15.3.2020) die Serienversion der Studie Formentor vorstellen. Der Crossover ist das erste eigenständige Modell von Cupra und kommt als Plug-in-Hybrid. Damit nicht genug an Weltpremieren: Ihr Debüt geben in Genf auch der neue Leon und der Tarraco FR im Sportdress sowie der Cupra Leon und der Cupra e-Racer für den elektrischen Tourenwagensport. (ampnet/jri)

Seat schafft sich eine eigene Sportmarke

Cupra – so heißen die heißblütigsten Vertreter von Seat. Aus dem Zusatz in der Modellbezeichnung machen die Spanier nun eine eigene Sportmarke. Sie soll dem Spirit der Volkswagen-Tochter noch mehr Ausdruck verleihen, deren Modelle schon seit Jahren zu den am dynamischsten gestylten Fahrzeugen der Konzern-Volumenmarken gehören.

Das neue Label basiert nicht zuletzt auch auf den wachsenden Verkaufserfolgen. 468 400 verkaufte Autos im Jahr 2017 bestätigen das stete Wachstum von Seat in den zurückliegenden fünf Jahren mit einem Plus von insgesamt 46 Prozent. Beflügelt von den Erfolgen des Ibiza als Sieger zahlreicher Vergleichstests und Finalist der diesjährigen „Car of the Year“-Wahl wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht nur 900 Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung investiert. Auch das kleine SUV Arona kam zum richtigen Zeitpunkt auf den Markt und entpuppt sich als Margenbringer für die Spanier. Das Geschäft mit den sportlichen Cupra-Typen verzeichnete in den zurückliegenden drei Jahren eine Verdopplung. Seit der Einführung dieser Speerspitzen der spanischen Marke wurden bis heute mehr als 60 000 Einheiten in 17 verschiedenen Ausführungen in 40 Ländern verkauft.

Seat-Vorstandsvorsitzender Luca de Meo betitelt die Cupra-Derivate als „Liebeserklärung an den Motorsport.“ Deswegen setzt er bei der hauseigenen neuen Performancemarke auf die Mitarbeiter der Motorsportdivision des Unternehmens. Vertriebs- und Marketingvorstand Wayne Griffiths spricht dabei gerne von dem englischen Wort „sophisticated“ was sich im Deutschen am ehesten mit dem „besonderen Etwas“ übersetzen lässt. Mit dem Label Cupra möchte Seat eine eigene, exklusive Community aufbauen und rechnet damit, dass die Sportmodelle künftig rund zehn Prozent des gesamten Produktmixes ausmachen werden. Dennoch wollen die Spanier bewusst auf eine Verknappung der Verfügbarkeit dieser Autos setzen, „um das Verlangen zu steigern“, wie Griffiths sagt. Um die neue Marke weiter aufzuladen, soll zusätzlich Zubehör unter dem Cupra-Label entwickelt und vermarktet werden.

Im ersten Schritt wird rund einer von fünf Seat-Händlern als Cupra-Spezialist zertifiziert, um die Autos und die exklusiven Produkte aus der Cupra-Welt zu den Kunden zu tragen. Unter anderem profitieren die Kunden vom „Cupra Care Program“, das neben einer erweiterten Vier-Jahres-Garantie auch eine verbesserte Pannenhilfe beinhaltet. Um den Launch der neuen Marke zu unterstreichen, präsentierten die Spanier auch gleich drei neue Produkte in Terramar. Nur kurz gönnte Seat einen Blick auf den kommenen Kombi. Der Cupra R ST zeigt schon vom Design, dass er sportliche Ansprüche hat: Carbon-Außenspiegel, 400 Newtonmeter Drehmoment, Allradantrieb, Sportfahrwerk mit einer verbreiterten Spur, vier Auspuffrohre und jede Menge Alcantara im Innenraum.

Der Cupra Ateca trägt bereits das Logo der neuen Marke und verfügt neben einem komplett überarbeiteten Fahrwerk, sportlichen Federn und Stoßdämpfern über einen aufgeladenen TSI-Motor mit 300 PS. In 5,4 Sekunden sprintet das kompakte SUV auf Tempo 100 und die 200 km/h-Grenze erreicht er in unter 20 Sekunden. Ebenso sind in der Cupra-Version die neue Front mit Stoßfänger, Lufteinlässen und dem markanten, kupferfarbenen neuen Logo enthalten. „Racing ist Cupra-DNA“, so Matthias Rabe, Vorstand für Technische Entwicklung bei Seat. Und daher ist es auch nicht verwunderlich, dass mit der überarbeiteten Version des Leon-TCR-Renners ein weiterer Vertreter der neuen Cupra-Markenfamilie präsentiert wurde. Zugleich kündigte Seat für den kommenden Automobilsalon an, in Genf das nächste Level seines Motorsport-Programms vorzustellen. (ampnet/tw)

Vorstellung Seat Leon Cupra: Ein Athlet für alle Fälle

ampnet – 16. Juli 2017. GTI heißt auf spanisch Cupra und steht bei dem spanischen Volkswagen-Ableger Seat für die dynamische Art der Fortbewegung. Denn auch in Zeiten, da sich die selbst ernannten Umweltretter gegen das Auto verschworen haben, gibt es sie immer noch – Automobile, die nicht allein für nüchterne Transportzwecke entwickelt wurden, sondern, politisch vielleicht etwas unkorrekt, Fahrspaß und Emotionen liefern.

Ein solcher Vertreter ist der neue Seat Cupra, dem man auf den ersten Blick nicht ansieht, wie viel Power unter der Motorhaube steckt. Lediglich die größeren Lufteinlässe und das dezente Logo, der Wabengrill sowie das verchromte Doppel-Auspuffendrohr weisen den Seat Cupra als den Hochleistungssportler der Modellfamilie aus. Wer den athletischen Charakter deutlicher unterstreichen will, wird in der Liste von optionalen Paketen und Aerodynamik-Kits fündig.

„Unser Leon Cupra“, verkündet Seat-Deutschland-Geschäftsführer Bernd Bauer nicht ohne Stolz, „rollt nun auch in der 300-PS-Liga“. Und das gleich mehrfach, denn nach dem Motto: Darf‘s ein bisschen mehr sein, steht der Antrieb in allen drei Karosserieformen (Zweitürer, Viertürer und Kombi) bereit und außerdem lässt sich die dynamische Art der Fortbewegung auch mit einem Allradantrieb kombinieren.

Wie schon der Vorgänger ist auch das aktuelle Modell eine Art automobile Kombination aus Dr. Jeykill und Mr. Hyde. Auf der Autobahn und in schnellen Kurvenkombinationen spielt der Kompaktsportler seine Stärken aus und zieht souverän seine Bahnen, wobei seine Qualitäten auf der linken Spur nicht immer von allen Beteiligten erkannt werden – vor allem die „ABM-Gruppe“ (Audi, BMW, Mercedes) schätzt den von hinten heranstürmenden Spanier häufig falsch ein. In der Stadt auf der Fahrt zum Supermarkt verhält sich der Cupra wiederum lammfromm und akzeptiert ohne Murren auch eine schaltfaule Fahrweise.

Die Fahrwerte sind in der Tat beeindruckend. 5,7 Sekunden vergehen zwischen Null und 100 km/h, und das massige Drehmoment von 380 Nm, das sich bereits von 1800 Umdrehungen an entfaltet, ermöglicht einen dynamischen Auftritt. Bei 250 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Einmal in Fahrt überrascht der Seat Cupra durch seinen zivilen Auftritt. Zwar ist der Sportler durchaus knackig abgestimmt, wird dabei aber nie unangenehm hart. Lediglich bei kurz aufeinander folgenden Bodenwellen teilt das Fahrwerk den Insassen seine Missstimmung über diese Art der Belästigung unmissverständlich mit. Ansonsten halten die präzise Lenkung und die adaptive Fahrwerksregelung DLC samt der damit verbundenen Assistenzsysteme den Cupra in der Spur. Und auch bei der akustischen Darbietung hält sich das Zweiliter-Turbo-Aggregat erfreulich zurück.

Natürlich arbeitet unter der Haube ein sportlich ambitionierter Motor, der sich entsprechend bemerkbar macht, doch wird die Geräuschentwicklung nie unangenehm. Wie bei den „zivilen“ Leon-Versionen sitzt der Fahrer vor einer aufgeräumten Instrumenten-Sammlung, die keine Rätsel aufgibt, und auch der zentral angeordnete Bildschirm lässt sich logisch bedienen.

Für ambitioniertere Piloten hält Seat noch den Leon Cup Racer bereit, in dem der Zweiliter-Motor 350 PS leistet und eine maximale Geschwindigkeit von 267 km/h erreicht. Der Racer wird von seinen Besitzern vor allem in den Rennen der nationalen und internationalen TCR-Tourenwagenrennen eingesetzt. Bisher hat Seat mehr als 200 dieser Rennwagen aufgebaut, die mindestens 90 000 Euro kosten.

Aus dem einstigen Mauerblümchen des Volkswagen-Konzerns hat sich in den vergangenen Jahren ein dynamisch wachsender Hersteller entwickelt, der im ersten Halbjahr in Deutschland 52 785 Modelle abgesetzt hat – ein Zuwachs von elf Prozent auf einem Markt, der insgesamt um drei Prozent gewachsen ist.

Was die Verantwortlichen freut, übersetzt sich für die Seat-Kunden in Wartezeiten, die auch für den Cupra gelten. Allerdings „bieten wir unseren Kunden nach drei Monaten Wartezeit ein kostenloses Ersatzfahrzeug an bis der bestellte Seat zugelassen werden kann“, erklärt Bauer. Neben den Leon Cupra wurde jetzt auch der Ateca um die neue Ausstattungsvariante FR und einen Zweiliter-Motor (140 kW/190 PS) erweitert. Unter andere bietet die FR-Ausstattung vier Leichtmetallräder, LED-Ambientebeleuchtung, getönte Seitenscheiben und Voll-LED-Scheinwerfer. (ampnet/ww)

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Vorstellung Seat Leon Cupra: Leidenschaft und Vernunft

ampnet – 16. Februar 2017. „Cup“ und „Racing“ – wenn man diese Zutaten miteinander mischt und noch eine gute Portion spanischer Emotionen hinzugibt, erhält man ein explosives Ergebnis. Die Ingenieure bei Seat nennen es „Cupra“ und bezeichnen damit die sportliche Speerspitze ihrer Modellpalette. Mit dem kürzlich erfolgten Facelift der Baureihe bringt es der neue Leon Cupra inzwischen auf 221 kW / 300 PS und trägt die Gene des im Tourenwagensport erfolgreichen Leon Cupracer in sich. Auf der Rennstrecke von Castelloli rund 60 Kilometer nordwestlich von Barcelona darf das stärkste Serienmodell von Seat zeigen, was in ihm steckt.

13 Kurven – sieben rechts, sechs links – und 4,113 Kilometer Strecke. Das sind die Kerndaten des Rundkurses im „Parcmotor Castelloli“. Diese Strecke wird häufig von diversen Herstellern zum Testen gemietet und bietet Herausforderungen jeglicher Couleur: lang gezogene Kurven und scharfe Kehren, Steigungen und Gefälle bedeuten hohe Belastungen für Karosserie, Fahrwerk und Reifen.

Der kompakte 4-Türer agiert hier leichtfüßig und ausgewogen wie ein Auto mit Mittelmotor. Vom Sprint in 5,6 Sekunden auf Tempo 100 und darüber hinaus, über scharfes Anbremsen vor Kurven bis hin zum Einlenken und Herausbeschleunigen pfeilt der Seat Leon Cupra wie auf Schienen über den Kurs. Verantwortlich dafür ist unter anderem die adaptive Fahrwerksregelung. Seat hat dabei einen guten Kompromiss zwischen Leidenschaft und Vernunft gefunden.

Die Option „Cupra“ im Fahrprogramm sorgt für eine Wandlung vom alltagstauglichen Familienwagen zum rassigen Hochleistungssportler für die Rennpiste. In diesem Modus verfügt der Leon über ein straff abgestimmtes Fahrwerk. Hierfür hat er eigene elektronisch gesteuerte Schockabsorber, die dafür sorgen, dass sich das Fahrzeug in Millisekunden den Straßenverhältnissen und dem Fahrstil anpasst. Die 300 PS des 2,0-Liter-TSI-Motors werden dank DSG-Getriebe optimal auf die Antriebsachse verteilt. Das maximale Drehmoment von 380 Newtonmetern liegt permanent im Drehzahlband von 1800 bis 5500 Umdrehungen in der Minute an.

Zu schnelles in die Kurve fahren quittiert der Spanier mit langsam einsetzendem Untersteuern. Kurz das Gaspedal lupfen und schon kommt der Leon kontrolliert und „verdammt schnell aus der Ecke“, wie es im Rennfahrer-Jargon heißt. Die Bremsen beißen kräftig zu und werden wie beim Leon Cupracer nicht weich. Für Profis kann das elektronische Stabilisierungsprogramm (ESP) in drei verschiedenen Einstellungen an die individuellen Wünsche angepasst werden. In der zweiten Stufe wird die Traktionskontrolle ausgeschaltet und in der dritten das System vollständig deaktiviert.

Seat nimmt für sich seit Jahren in Anspruch, innerhalb des VW-Konzerns spanisches Temperament, Emotionen und Lebensfreude mit deutscher Zuverlässigkeit und dynamischer Technik zu vereinen. Für den Seat Leon Cupra gilt und bleibt aber in erster Linie auch, bezahlbare Sportlichkeit für den Alltag und die Piste zu bieten. Ab rund 35 000 Euro geht es los. (ampnet/tw)

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