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Fahrbericht Fiat Tipo Kombi 1.6 Multijet Lounge

ampnet – 1. Juni 2017. Wenn das keine Kampfansage ist: Mehr als 5000 Euro liegen zwischen dem Basispreis eines Fiat Tipo Kombi und dem eines Golf Variant. Natürlich gibt es auch andere Unterschiede, aber sind die tatsächlich diese Summe wert? Wer auf’s Geld gucken muss, sollte auch einen Blick auf die italienische Familienkutsche mit Herkunft aus der Türkei riskieren.

Rund 22 Jahre ist es her, dass zuletzt ein Fiat mit Namen Tipo zu den Kunden rollte. Mit der Wiederbelebung der bekannten Modellbezeichnung startet der italienische Konzern jetzt seinen Angriff auf die Kompaktklasse. Und offenkundig weiß man in Turin, worauf es einer preissensiblen Kundschaft ankommt. Praktisch und sparsam soll der Wagen sein, eine ordentliche Ausstattung haben und obendrein viel Gepäck aufnehmen. Design und Gimmicks? Geschenkt! Das vermeintliche Gütesiegel „Premium“ ist den meisten herzlich wurscht.

Seine Qualitäten als nützlicher Begleiter durch den Alltag durfte in diesem Test ein Tipo mit 120-PS-Dieselmotor beweisen. Der 1,6 Liter große Vierzylinder hat schon in einigen anderen Konzernmodellen seine Standfestigkeit und Genügsamkeit bewiesen. Mit 320 Newtonmetern maximalem Drehmoment verspricht er den laut Hersteller rund 1400 Kilogramm leichten Fünftürer mit angemessenem Temperament zu versorgen.

Wenig spektakulär, aber sehr gefällig ist das Äußere geraten. Die Front wirkt selbstbewusst, ist breit angelegt und der mit schwarzen Kunststoff-Rauten verschlossene Kühlergrill hat nichts von der Kleinwagen-Bescheidenheit, die viele Jahre Kennzeichen von Fiat-Produkten war. Die schwarz lackierte B-Säule und die in vier Segmente geteilte Fensterfront streckt die Silhouette, das Heck mit den geteilten Rückleuchten könnte ebenso gut von einem Kombi asiatischer Herkunft stammen. Die Ladekante ist mit 65 Zentimetern erfreulich niedrig und die Klappe öffnet sich bis zu einer lichten Höhe von 1,87 Metern.

Den Wunsch, den Tipo mit einem Kampfpreis in sein zweites Leben starten zu lassen, spiegelt das Cockpit wider. Es ist zwar harmonisch und praktisch gestaltet, die großflächige Verwendung von Plastikteilen war aber offenkundig aus Kostengründen nicht zu vermeiden. In Sachen Verarbeitung und Qualitätsanmutung ist zweifellos ein Schritt nach vorn gelungen, wenn auch hier und da noch Verbesserungspotenzial zu erkennen ist. Das Gurtschloss für die vorderen Sitze ist so tief angebracht, dass die mittlere Armlehne den Weg dorthin behindert. Ablagen – für einen Familien-Pkw von großer Bedeutung – gibt es reichlich. Flaschenhalter in den Türen sind zwar vorhanden, mit 1,5-Liter-Behältern aber überfordert. Dass es den Sitzen an Seitenstabilität fehlt, fällt kaum auf, denn der Tipo verleitet nicht zu eiliger Kurvenjagd.

Wo man noch kleine Beträge einsparen kann, zeigt Fiat beim Tankdeckel. So wie es Ford schon geraume Zeit praktiziert, befindet sich hinter der Klappe kein zusätzlicher Verschluss mehr. Die vier Türen sind groß dimensioniert und öffnen sich weit, so dass der Einstieg leicht fällt. Nicht ganz so geräumig wie vorn ist das Platzangebot im Fond, aber es unterscheidet sich nicht von dem bei der Konkurrenz. Es herrscht genug Ellbogenfreiheit und der Stauraum für die Knie von Erwachsenen ist akzeptabel.

Wer sich den Kofferraum näher ansieht, wird feststellen müssen, dass Aus- und Einbau der Gepäckabdeckung mitunter etwas hakelig verläuft. Ist das Rollo aus dem Weg, wird ein enorm aufnahmefähiges Transportfach sichtbar. Mit 550 Litern (bei fünfsitziger Auslegung) gehört es zu den größten im Segment. Die rückwärtigen Lehnen sind im Verhältnis 40 : 60 teilbar und die Sitzpolster separat versenkbar. Mit wenigen Handgriffen entsteht so ein 1,60 Meter langer Laderaum mit komplett ebenem Boden. Er ist zwischen den Radkästen einen Meter breit und fasst maximal 1650 Liter Volumen. Die Zuladung ist so bemessen, dass fünf Insassen noch rund 100 Kilogramm Gepäck mitführen können. Unter dem Ladeboden ist außerdem noch Platz für Kleinteile.

Beim Tipo heißt die komfortabelste Ausstattungslinie „Lounge“ und sie bringt ab Werk folgende Details mit: Leichtmetallfelgen der Größe 16 Zoll, Klimaautomatik mit Pollenfilter, Touchscreenradio mit 7-Zoll-Bildschirm, USB- und AUX-Buchse, Licht- und Regensensor, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelichtfunktion, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, Tempo-Regelanlage, Mittelarmlehne vorn, 12-Volt-Steckdose im Gepäckraum und automatisch abblendenden Innenspiegel.

Der Testwagen war zusätzlich mit Lederpolstern (+ 990 Euro), Parksensoren hinten, Navigationssystem und Rückfahrkamera (zusammen 1990 Euro) sowie City-Notbremsassistent, Geschwindigkeitsbegrenzer und adaptiver Geschwindigkeitsregelanlage (zus. 600 Euro) versehen. Für 26 570 Euro hat man dann so ziemlich alles an Bord, was die Preisliste hergibt, denn die High-Tech-Huberei anderer Kompaktwagen-Hersteller macht Fiat nicht mit. Weder LED-Scheinwerfer noch elektrische Sitze sind im Angebot, Adaptivdämpfer ebenso wenig.

Bei der Kraftübertragung muss man sich nicht mehr nur mit der Sechs-Gang-Handschaltung begnügen. Inzwischen ist auch ein Doppelkupplungsgetriebe lieferbar. Die manuelle Box findet sauber die Übersetzungen, läuft leichtgängig durch die Gassen und passt gut zum 1,6-Liter-Selbstzünder. Beim Beschleunigen ist im zweiten und dritten Gang der Zuwachs an Drehmoment deutlich spürbar, die Geräuschkulisse hält sich in Grenzen. Bis in den sechsten Gang schnurrt der Vierzylinder unauffällig hoch, dann werden die Windgeräusche dominant und die Höchstgeschwindigkeit interessiert einen nicht wirklich mehr. Genau 191 km/h (GPS-Messung) waren es beim Testwagen, neun Stundenkilometer weniger als das Datenblatt versprach.

Dass die Realität nicht das hält, was die technischen Daten versprechen, kennt man eher vom Kraftstoffverbrauch. Und wer annimmt, dass 3,7 Liter auf 100 Kilometer im Alltag zu erreichen sind, glaubt wohl auch noch an den Weihnachtsmann. Zwei Liter mehr waren es bei dieser Testfahrt. Das klingt viel, relativiert sich aber, wenn man eine andere Rechnung aufmacht: Mit einem Listenpreis von 21 450 Euro liegt der Tipo exakt 4625 Euro unter einem vergleichbar motorisierten Golf Variant. Setzte man diesen Betrag in Kraftstoff um, käme man mit dem kleinen Italiener rund zweimal um den Erdball.

Fazit: „Brot-und-Butter-Auto“ ist längst kein Schimpfwort mehr, schon gar nicht, wenn es so vernünftig, praktisch und vielseitig gemacht ist wie der Tipo Kombi. Auch wenn der Wagen nicht jeden Wunsch erfüllen kann, so bietet er doch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, ansprechende Fahrleistungen und soliden Komfort. (ampnet/afb)

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Genf 2017: BMW 5er Touring kommt im Juni

ampnet – 1. Februar 2017. BMW feiert auf dem Genfer Automobilsalon (7.–19.3.2017) die Premiere der neuen 5er Touring. Zum Verkaufsstart im Juni stehen vier Motoren zur Auswahl, der Allradantrieb xDrive kommt von Beginn an in zwei Modellen zum Einsatz. Weitere Varianten, sowohl mit klassischem Hinterrad- als auch mit Allradantrieb, folgen im Laufe des Jahres. Eine Hinterachs-Luftfederung mit automatischer Niveauregulierung gehört zur Serienausstattung. Optional werden die Dynamische Dämpfer Control, das System Adaptive Drive mit aktiver Wankstabilisierung, die nun auch in Verbindung mit xDrive verfügbare Integral-Aktivlenkung und das M-Sportfahrwerk einschließlich Fahrzeugtieferlegung um 10 Millimeter angeboten.

Die serienmäßigen LED-Scheinwerfer reichen wie bei der Limousine bis an die weit nach vorn ragende BMW-Niere heran. In der Seitenansicht wird die eigenständige Fahrzeuggeometrie mit harmonischen Proportionen kombiniert. Zur sportiven Ausstrahlung des neuen BMW 5er Touring trägt auch die lange Dachlinie bei, die in stark geneigte D-Säulen mündet. Die Heckscheibe wird von einem Dachspoiler mit integrierter Zusatzbremsleuchte und seitlichen Luftleitelementen eingefasst. Im unteren Bereich betonen ausgeprägte horizontale Linien und die weit in die Seitenbereiche ragenden L-förmigen Heckleuchten die Breite der Karosserie.

Die im Vergleich zum Vorgängermodell weniger hoch aufragende Instrumententafel kommt dem großzügigen Raumgefühl zugute. Das Control Display ist jetzt als freistehender Flatscreen ausgeführt. Auf allen Sitzplätzen steht spürbar mehr Kopf-, Schulter- und Beinfreiheit zur Verfügung. Eine optimierte Lehnenkontur, die längere Sitzfläche und ein Plus an Kniefreiheit steigern den Reisekomfort im Fond. Der Akustikkomfort wird durch optimierte Schallisolierung an der Windschutzscheibe, am Dachhimmel und im Bereich des Gepäckraums gesteigert und liegt laut BMW auf Limousinen-Niveau. Die erweiterte Innenraumbreite soll bis zu drei Kindersitze im Fond erlauben.

Das Gepäckraumvolumen wurde auf 570 bis 1700 Liter, (+10 bzw. +30 Liter) die Zuladung je nach Modellvariante um bis zu 120 Kilogramm auf 720 bis 730 kg erhöht. Zur Funktionalität tragen die im Verhältnis 40:20:40 teilbare Fondsitzlehne, die per Tastendruck vom Kofferraum aus aktivierbare elektrische Lehnenfernentriegelung, das separat zu öffnende Heckfenster und die automatische Heckklappenbetätigung, die optional auch das berührungslose Öffnen und Schließen ermöglicht bei. Die Laderaumabdeckung und das Gepäcktrennnetz sind in separaten Kassetten untergebracht, die sich in passenden Aussparungen unterhalb des Gepäckraumbodens verstauen lassen.

Die Normverbräuche der Antriebe bewegen sich zwischen 4,5 und 7,7 Litern je 100 Kilometer. Im BMW 530i Touring erzeugt ein 2,0 Liter großer Vier-Zylinder-Benziner 185 kW / 252 PS und ein maximales Drehmoment von 350 Newtonmetern. Das Fahrzeug ist serienmäßig mit 8-Gang Steptronic ausgestattet und beschleunigt in 6,5 Sekunden von null auf 100 km/h. Ein 3,0 Liter großer Reihensechszylinder, das 8-Gang Steptronic Getriebe und Allradantrieb treiben den 540i xDrive Touring an. Sine Spitzenleistung von 250 kW / 340 PS und ein maximales Drehmoment von 450 Nm ermöglichen eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in 5,1 Sekunden.

Der Vier-Zylinder-Dieselmotor des neuen BMW 520d Touring erzeugt aus einem Hubraum von 2,0 Litern eine Leistung von 140 kW / 190 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Nm. Er wird serienmäßig mit einem 6-Gang Handschaltgetriebe und optional mit einem 8-Gang Steptronic Getriebe kombiniert und beschleunigt den Kombi in 8,0 Sekunden (Automatik: 7,8 Sekunden) von null auf 100 km/h. Komplettiert wird das zum Verkaufsstart verfügbare Motorenangebot von einem 3,0 Liter großen Reihensechszylinder-Diesel, der es auf eine Höchstleistung von 195 kW /265 PS und ein maximales Drehmoment von 620 Nm bringt. Er kann sowohl mit Hinterrad- als auch mit Allradantrieb kombiniert werden und ist an ein 8-Gang Steptronic Getriebe gekoppelt. Der BMW 530d Touring spurtet in 5,8, der BMW 530d xDrive Touring in 5,6 Sekunden von null auf 100 km/h.

Das hochauflösende, bis zu 10,25 Zoll große Control Display des Bediensystems iDrive ist im BMW 5er Touring als Touchscreen ausgeführt. Nach wie vor lassen sich die Fahrzeug-, Navigations-, Kommunikations- und Infotainmentfunktionen auch per Touch Controller steuern. Die Menüdarstellung in Kachelstruktur soll die Bedienbarkeit erleichtern. Für zusätzliche Vielfalt bei der Bedienung sorgt die weiterentwickelte Spracheingabe ebenso wie die nun auch in der BMW 5er Reihe angebotene Gestiksteuerung.

Mit neuen Assistenzsystemen und erweiterten Funktionen weist der BMW 5er Touring den Weg zum automatisierten Fahren. Zum Fortschritt auf diesem Gebiet tragen neben der Querverkehrs- und Vorfahrtswarnung auch der Spurwechsel- und der Spurhalteassistent mit aktivem Seitenkollisionsschutz und die Ausweichhilfe bei. Die neuen Systeme bieten Lenk- und Spurführungsunterstützung vom Schritttempo bis zu einer Geschwindigkeit von 210 km/h. Bei Nutzung der aktiven Geschwindigkeitsregelung mit „Stop & Go“-Funktion genügt nun ein Knopfdruck, um ein von der Speed-Limit-Info erkanntes Tempolimit zu berücksichtigen.

Mit Remote 3D View kann der Fahrer zudem auf seinem Smartphone Bilder von der Umgebung seines Fahrzeugs abrufen. Darüber hinaus lassen sich im Fahrzeug Kalender-, Mail- und Kontaktdaten über Microsoft Exchange verwalten. Die kabellose Einbindung von Smartphones ermöglicht auch die Nutzung von Apple Carplay und wird um die Möglichkeit zum induktiven Laden ergänzt.

Neben dem Parkassistenten steht nun auch die Funktion „Ferngesteuertes Parken“ zur Verfügung. Außerdem kann der Service Park Now für die Online-Reservierung eines Stellplatzes und bargeldloses Bezahlen genutzt werden. Bei der Suche nach freien Stellflächen am Straßenrand hilft zudem der Service On-Street Parking Information.

Die Preise starten bei 47 700 Euro. (ampnet/jri)