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Der Skoda Octavia startet als Limousine bei 21.590 Euro

Der neue Skoda Octavia wird ab 21.590 Euro verfügbar sein, der Kombi wird bei 22.290 Euro starten. Diese Preise gelten für die Ausstattungslinie Active mit dem Benziner 1,0 TSI 110 PS (81 kW), die beide ab Jahresmitte erhältlich sein werden. Schon jetzt ist der Octavia Combi in den Ausstattungslinien Ambition und Style sowie als Sondermodell „First Edition“ mit einem Preisvorteil von bis zu 1410 Euro bestellbar.

Zum Bestellstart umfasst die Motorenpalette einen Benziner und zwei Diesel. Der 1,5 TSI mit aktivem Zylindermanagement (ACT) leistet 150 PS (110 kW) und ist mit einem manuellen Sechs-Gang-Getriebe kombiniert. Ebenfalls mit Handschaltgetriebe kommt der 115 PS (85 kW) starke Basisdiesel mit 2,0 Litern Hubraum im Angebot. Der zweite 2,0 TDI treibt den Octavia mit 150 PS (110 kW) über ein Sieben-Gang-Direktschaltgetriebe (DSG) an. (ampnet/Sm)

Fahrbericht Audi RS3 Limousine: Der Teufel trägt Lader

Die Bässe brodeln, das Licht dimmt sich, die Spannung im Publikum erzeugt ein Knistern in der Luft – und: Der Vorhang geht auf. So oder so ähnlich lässt sich der Moment beschreiben wenn der Lader richtig losdreht. Für dieses Crescendo schreibt ein 2,5-Liter-Fünfzylinder-Turbo mit 400 PS und 480 Newtonmetern das Notenblatt. Und bis zum letzten Paukenschlag will das Kulturprogramm genossen werden.

„Mein Gott Walter“ würde Mike Krüger dazu durch die Fahrgastzelle brüllen und hätte die Nase vorn. Denn Erinnerungen an die legendären fünf Pötte, die Rallye-Champion Röhrl im S1 Quattro durch die Kehren peitschte, werden bei diesem Ladedruck-Exzess unweigerlich wach. Der Transport des Fünfzylinders in die Ära der Gestromten und Gefilterten ist gelungen.

Die Browning unter’m Mantel

Mit unbeeindrucktem Blick müssen die Ingenieure hier vorgegangen sein, denn genau so kaltschnäuzig benimmt sich auch der Sprössling. Ein bisschen schwer, ein bisschen träge, aber wie auf unsichtbaren Schienen geführt bringt die RS3 Limousine gefühlt 110 Prozent der Kraft auf den Teer. In 4,1 Sekunden beschleunigt der stärkste Bayern-Golf aller Zeiten auf 100 km/h, in unter 16 Sekunden fällt die 200er-Marke. Sportwagenfahrer jedenfalls beißen auf der Autobahn heulend ins Lenkrad, wenn sich der Sieben-Schuss-Selbstlader nähert. Und in grau oder schwarz lackiert ist er dazu noch wie unter der Jacke versteckt. Ein mieser Kerl, dieser RS3.

Vom Prinzip ein Über-Golf

Und man muss ihn nicht einmal fahren können: Die MQB-Plattform, auf der auch Konzernbrüder wie der VW Golf basieren, haben die Audi-Sport-Ingenieure gehörig ins Gebet genommen. Mit einem intelligenten Allradantrieb, einem Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und dem 2,5-Liter-TFSI rückte man dem Biedermann zu Leibe. So verwandelte sich der praktische Kompaktwagen in einen Expresszug ohne Entgleisungen. Bei dem sitzt der Motor allerdings, anders als bei Sportwagen, quer vor den vorderen Domen. Durch die Limousinenform und den Allradantrieb hat man ihm seine Frontlastigkeit aber aberzogen – so heißt es.

Sicheres Fahrverhalten ohne Schnörkel

Unsere Testfahrten zeichnen das Bild eines Autos, das nichts aus der Ruhe bringen kann. Eine Destabilisierung scheint schlicht unmöglich – auch mit ausgeschalteten Fahrhilfen. Auf nasser Straße konnte nur eine Haftungsgrenze festgestellt werden. Der Allradantrieb ist nahezu unbesiegbar, verhilft der kleinen Limousine aber nicht zum schlanken Fuß. Der Grenzbereich des RS3 liegt naturgemäß höher als bei seinen Brüdern mit Frontantrieb; aber wenn er rutscht, rutscht er ebenfalls vorne. Das Fahrverhalten auf der Straße kann man, auch wegen der unermüdlich zupackenden Festkolbenbremssättel, als absolut sicher bezeichnen. Lediglich die 235er-Reifenbreite nimmt dem knapp 1600 Kilogramm schweren Allrad-Renner die Sprosse zur nächsten Haftungsstufe. Die kurz übersetzte Lenkung lässt immerhin so manchen Masseneffekt verpuffen.

Majestätisch im Kompakten

Abgesteppte Sportsessel mit Kontrastziernähten halten die vorderen Passagiere fest, auch auf den Rücksitzen feine Nähte und Karos, Carbon-Zierleisten, Edelstahl-Dekore – Besitzer von A3-Volumenmodellen finden eine neue Welt vor, wenn sie einsteigen. Lediglich die in Wagenfarbe lackierten runden Lüftungsdüsen holen den Käufer in die Welt der Kompaktklasse zurück: Sie sind wacklig geführt und wollen der ansonsten tadellosen Haptik nicht entsprechen. Gut, dass kleine Aufmerksamkeiten der Entwickler, wie etwa die Audi-Sport-Logo-Projektion auf dem Boden beim Einsteigen, dafür entschädigen wollen. Sie machen aus Bruce Wayne zwar nicht Batman aber erinnern an das Besondere: Es ist ein RS.

Entschärft aber hörbar

Häufiger wird man auch so auf den Super-A3 angesprochen. Bei einer roten Sportlimousine outen sich die Kenner: In der Nacht zu Hause angekommen gratuliert sogar ein Nachbar nach dem Parken zum RS3 – angelockt von dem eigentümlichen Brodeln der fünf Kammern. „Das ist der mit 400 PS, ne? Voll geil!“ lauten die Worte des Maschinenbauingenieurs in den besten Jahren. Dabei wurde der Sound beim aktuellen Modell schon entschärft. Das ursprünglich wilde Geknatter beim Abtouren ist von innen nicht mehr hörbar, von außen dumpfer. Am Jungfernstieg klingeln der Soko sicher trotzdem die Ohren.

Der Preis ruft die Konkurrenz

Und wenn es klingelt, ist auch die Kasse bei Audi nicht weit. 58.000 Euro sind mindestens für einen Ritt im viertürigen RS3 nötig. Unser Testwagen kostet 15.440 Euro mehr und kommt ohne Abstandstempomat oder Spurhalteassistent aus, dafür gibt’s unter anderem das größte Infotainmentsystem und Echtcarbon-Dekore. Das Highlight der Ingolstädter Preispolitik ist aber die Anhebung der Höchstgeschwindigkeit auf 280 km/h: Dafür fallen knapp 1500 Euro aus der Westentasche. Ja, die Aufpreisliste ist von der Art wie man sie gern selbst in Rechnung gestellt hätte. Und Audi tut sich damit keinen Gefallen.

Denn bei einem Kaufpreis von über 73.000 Euro holt sich der Testwagen harte Konkurrenz in die Tabelle: Alltagstaugliche Sportcoupés und Limousinen wie BMW M2 bis M4, Mercedes C63 AMG; ja sogar Sportwagen wie Toyota Supra oder Porsche Cayman GTS – sie alle sind zu diesem Preis zu haben. Wer Geschäftskunden hat, wird die Diskretion des RS3 im Vergleich zu den Alternativen zu schätzen wissen, aber ein kleines Räuspern kann dabei sein, wenn man später als Besitzer einen M4 um die Ecke biegen sieht.

Ein Katapult für Enthusiasten

Denn auch die Blech gewordene Zwille von Audi Sport ist nicht perfekt. Das DSG-Getriebe verzettelt sich gelegentlich im Alltag, die Sitze sind nicht mit verstellbaren Seitenwangen zu bekommen, und es ist nahezu unerträglich im Dynamikmodus zu fahren, ohne drauf zu treten. Der Lader will stetig gefüttert werden und der Fahrer bekommt ihn ab 4000 U/min aus vollen Eimern ergossen. 15 bis 20 Liter Sprit gehen auf schnellen Autobahnetappen und freien Landstraßen schon durch. Im Mittel pendelt sich der RS3 bei zwölf Litern ein, zehn sind bei ganz ruhigen Zehen möglich. Auch 2020 gilt: Turbo läuft – Turbo säuft.

Fazit:
Ein viertüriger Kompakter, der vergleichsweise dezent 400 PS beherbergt, ist ein Nischenprodukt, das zu diesem Preis die wohlhabenden Vielfahrer aus der Reserve lockt. Denn der RS3 kann so ruhig und angenehm wie ein ganz normaler A3 fahren. Erst sobald der Sportmodus eingeschaltet ist, beginnt eine exzessartige Beschleunigungsorgie in sieben Akten, die einzigartig ist. Und sie wird der sicher abgestimmten Kompaktlimousine – neben dem süffisanten Überraschungseffekt – zahlreiche Fans bescheren. Dass die Rallye mehr geradeaus als um die Ecke geht, ist der Preis, den der Käufer für seine Sicherheit zahlt. Strafpunkte gibt es dazu für die opulente Preisliste.

Fahrbericht Audi RS 3 Sedan: Fünf Zylinder reichen

ampnet – 29. März 2017. Seine Fachkollegen wollten es nicht glauben. Ludwig Kraus, Enwicklungsvorstand bei der Audi NSU Auto Union AG, erklärte seinen staunenden Kollegen 1974, Audi werde demnächst mit einem Fünf-Zylinder-Motor in Serie gehen. Der Motor liefe wirklich rund und klinge sensationell. Audi – so Kraus – brauche keine Sechszylinder. Der Motor kam 1977 und immer noch viel zu früh, Herr Kraus. Heute profiliert sich der Wettbewerb in München über Downsizing, und Audi lockt mit Sechszylindern in Klassen, in denen BMW nur noch Vierzylinder bietet. Der Fünfzylinder führt ein Schattendasein, wenn auch ein sportliches im Audi TT – und nun auch wieder im Audi RS 3.

Fast zwei Jahre nach dem Kraus-Auftritt in der Universität Hannover kam der Audi 100 mit fünf Zylindern und 100 kW / 136 PS aus 2,5 Litern Hubraum mit Benzineinspritzung. Am Hubraum und an der Zylinderzahl hat sich nichts geändert, auch nichts am ruppigen und kraftvollen Klang. Im Audi RS 3 untermauert der Motor sein Klangbild auch mit Leistung: 294 kW / 400 PS und 480 Newtonmeter (Nm) Drehmoment über einen sehr weiten Bereich. Die neue Ausgabe des Fünfzylinders leistet 33 PS mehr als sein Vorgänger und wiegt 25 Kilogramm weniger, was die Achslast ein wenig in Richtung Hinterachse rückt.

Nicht nur bei der Leistung zeigt sich der Fortschritt seit Kraus. In meinem Audi 100 5 GLE gelang es mir trotz zurückhaltender Fahrt auf der Autobahn selten, unter 15 Litern Super auf 100 Kilometer zu blieben. Der RS 3 – etwa gleich schwer wie ein alter Audi 100 – braucht trotz schlechterem Luftwiderstands und dreimal so großer Leistung auf 100 km nach der NEFZ-Norm 8,3 Liter, beschleunigt mit 4,1 Sekunden doppelt so schnell von 0 auf 100 km/h und fährt in der „aufgebohrten“ Version maximal 280 km/h schnell, während der alte 100 ab 180 km/h zögerlicher wurde.

Die RS-Modelle von Audi waren immer die verrückten Kombis, in denen großer Laderaum und große Leistung eine ganz spezielle, vielleicht typisch deutsche Verbindung eingingen. Im Kombi-Land Deutschland war das ein perfektes Konzept. Die Verdopplung der Umsätze in den vergangenen fünf Jahren spricht für dessen Erfolg. Doch nun wird alles anders. Die Quattro GmbH, bisher die Heimat der RS, heißt nun Audi Sport und will hinaus in die Welt, nicht nur mit Autos für den Kundensport, sondern mit Serienfahrzeugen für alle, die es gern besonders schnell haben. Dem neuen Chef Stephan Winkelmann gefällt’s.

Doch in der Welt ist der Kombi auch dann nicht unbedingt willkommen, wenn er sich mit dem Namen „Sportback“ tarnt. Der Amerikaner will einen klassischen Kofferraum, der Chinese ebenso. Deswegen baut Audi den RS jetzt auch als klassisches Drei-Box-Auto, beschränkt sich dafür aber auf ein weit nach hinten übergreifendes Dach und ein Stummelheck. Weil nun der Erfolg in den USA unaufhaltsam sein dürfte, läuft zur Zeit dort schon die Markteinführung, gefolgt von der in China. Europa muss noch bis April warten, kann sich aber heute schon entscheiden: Kofferraumdeckel oder Heckklappe.

Der Kombi heißt wieder Sportback, der Typ mit dem Kofferraum nun „Sedan“, was genau der Begriff ist, mit dem die Amerikaner die Limousine beschreiben. Limousine – das klingt ja auch schon sehr alt, nach Herrenfahrer mit Hut, Gamaschen und Stock. Vielleicht machen wir alle es den Amerikanern nach, nennen die flotten Drei-Boxer von heute Sedan und lassen den Amerikanern die Kurzform „Limo“ für ihre Straßenkreuzer, die zwar lang sind, in denen man aber nicht vernünftig sitzen kann. Klar, dass ein Winkelmann seine Sportler nicht in den Verdacht geraten lassen will, sie seien so langweilig, wie sich ihr Gattungsbegriff im Deutschen anfühlt: Li-mou-sine.

Wer den Audi RS 3 – in welcher Version auch immer – schon gefahren hat, kommt nicht auf die Idee, den kleinsten der RS für langweilig zu halten. Wo 400 PS auf solch ein kompaktes Auto treffen, hat jeder es selbst in der Hand, ob die Fahrt zum Abenteuer wird. Es braucht allerdings schon eine Menge Selbstbeherrschung, ruhig zu bleiben. Schon das Äußere signalisiert sportliche Ambitionen. Wer dann aber die beiden mächtigen ovalen Auspuffendrohre im schwarzen Diffusor sieht, sollte wissen, was ihn erwartet. Wer’s dann noch nicht kapiert hat, der nehme auf den Sportsitzen Platz, lasse den schwarzen Innenraum mit seinen roten Akzenten auf sich wirken, greife das dicke, unten abgeflachte Sportlenkrad, mit dem RS-Symbol und den Paddeln fürs manuelle Schalten, drücke den Startknopf auf der Mittelkonsole und erlebe das Prälumdium der Fünf mit kurzem Crescendo und als Höhepunkt ein Paukenschlag aus dem Auspuff.

Wer sich auf den RS 3 einlässt, erlebt besonders in der Einstellung „Dynamic“, was ein Kompakter so alles vermag: Motor, das Sieben-Gang-Doppelkupplungsbetriebe S-Tronic, die direkte Progressiv-Lenkung und besonders das optionale RS-Sportfahrwerk Plus mit adaptiver Dämpferregel und der Quattro-Allradantrieb, die 20 Millimetermehr Spurweite, die 19-Zoll-Räder mit 235/35er Reifen sowie die um 25 Millimeter tiefer gelegte Karosserie spielen optimal zusammen. Der RS 3 fährt sich agil und liegt gut in der Hand und lässt nicht nur in engen Kurven so manchen größeren Sportler gar nicht mehr so gut aussehen. 480 Newtonmeter Drehmoment ziehen den Kleinen beeindruckend aus der Kurve.

Aber auch bei getarnten Leitungssportlern wie dem RS 3 gehören heutzutage Fahrerassistenzsysteme zum Autoleben: Stau-, Notfall- und Querverkehr-Assistent hinten, Adaptive Cruise Control, Audi Side Assist, Audi Pre Sense und Pre Sense Front sind ebenso an Bord wie der Parkassistent und eine Verkehrszeichen-Erkennung. Auch beim modularen Infotainment-Baukasten der zweiten Generation haben sich die Ingolstädter ausführlich bedient: Navigationssysteme inklusive LTE-Modul für schnelle Online-Anbindung und WLAN-Hotspot, Audi Connect SIM mit Datenflatrate und EU-weitem Roaming ab Werk, Audi Smartphone Interface für Android und iOS und Audi Phone Box zum kabellosen Laden helfen gern, wenn es mal gesittet zugehen soll. Dann liefert auch das Bang-&-Olufsen-Soundsystem die passende Begleitmusik und nicht mehr der Motor. Dann wird der Audi RS 3 zu einem alltagstauglichen Familienauto, sowohl als Sportback oder als Limousine – pardon: Sedan.

Ludwig Kraus hätte den Sedan sicher Limousine genannt. Und er hätte dennich seine Freude an dem gehabt, was aus „seinem“ Fünfzylinder geworden ist: Aus 54 PS pro Liter Hubraum wurden seit 1977 heute 160 PS. Kraus verließ 1974 Hannover übrigens mit der Ehrendoktorwürde der Technischen Universität, verliehen nicht für den Fünfzylinder, sondern für den ungeliebten Mitteldruckmotor, der inzwischen längst vergessen ist. (ampnet/Sm)

Audi RS 3 Sedan

Länge x Breite x Höhe (in m): 4,48 x 1,80 x 1,40
Radstand (m): 2,61
Motor: R5-Benziner, 2480 ccm, Turbo, Direkteinspritzung
Leistung: 294 kW / 400 PS 5850–7000 U/min
Max. Drehmoment: 480 Nm von 1700–5850 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, auf Wusch 280 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 4,1 Sek.
ECE-Durchschnittsverbrauch: 8,3 Liter Super Plus
CO2-Emissionen: 189 g/km (Euro 6)
Leergewicht / Zuladung: min. 1515 kg / max. 490 kg
Kofferraumvolumen: 315–770Liter
Max. Anhängelast: 1075 kg
Luftwiderstandsbeiwert: 0,332
Reifen: 235/35 R 19 91 Y XL
Preis: 55 900 Euro